Führender US-Neonazi ist tot

Von Horst Freires
11.04.2018 -

Der unter anderem wegen Mordversuchs, illegalen Waffenbesitzes und mehrerer Raubüberfälle zu einer 60-jährigen Haftstrafe verurteilte militante Neonazi Gary Lee Yarbrouth ist verstorben.

Verstorbener US-Neonazi saß über 30 Jahre im Gefängnis; Photo (Symbol): Rainer Sturm / pixelio.de

Einige R.I.P.-Bekundungen auf Internetseiten von Neonazis machen auf den Tod des seit über 30 Jahren inhaftierten US-Amerikaners Gary Lee Yarbrough aufmerksam, der in der Nacht vom 1. auf den 2. April im Alter von 62 Jahren in Colorado an einem Leberkrebsleiden verstorben ist. Ein entsprechender Gedenkhinweis findet sich beispielsweise auf der Facebook-Seite der sächsischen Rechtsrock-Band „Brainwash".

Gary Lee Yarbrough war in den 80er Jahren führendes Mitglied einer rund 30-köpfigen militanten rechtsextremen Gruppierung mit dem Namen „The Order“, die zur Durchsetzung ihres rassistischen Weltbildes der Überlegenheit der weißen Rasse auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckte und zudem in terroristischer Manier der von ihnen so deklarierten ZOG-Regierung (Zionist Occupied Government) den bewaffneten Kampf erklärt hatte.

Tatwaffe inmitten eines riesigen Waffenarsenals gefunden

Unter anderem haben Mitglieder von „The Order“ Geldtransporte überfallen, um die eigenen Aktivitäten zu finanzieren. Ebenso wird „The Order“ auch der Mord an einem jüdischen Radiomoderator zugerechnet, der im Juni 1984 erschossen wurde. Die Tatwaffe war in der Folge auf Yarbroughs Anwesen inmitten eines riesigen Waffenarsenals gefunden worden. Yarbrough wurde 1986 unter anderem wegen Mordversuchs an drei FBI-Beamten, illegalen Waffenbesitzes und mehrerer Raubüberfälle zu einer 60-jährigen Haftstrafe verurteilt. Seine vorzeitige Haftentlassung war für Oktober 2024 vorgesehen.

Vom Kern der noch lebenden „The Order“-Mitglieder, die ihre Gruppe auch „Brüder Schweigen“ (Silent Brotherhood) nannten, sind nunmehr noch Randolph George Duey (66) und Richard Scutari (70) in Haft. Zudem sitzt David Tate (55) in Sicherheitsgewahrsam. Yarbrough war der persönliche Bodyguard des „Aryan Nations“-Gründers Richard Butler, bevor er sich bei „The Order“ einbrachte. Yarbrough sprach zuletzt davon, kein Rassist zu sein, sondern ein „christlicher Separatist". Seine Ehefrau betonte unlängst erst, ihr Mann sei nicht wegen krimineller Handlungen noch so lange in Haft, sondern wegen seiner Gesinnung. Für die Freilassung Yarbroughs hatten sich auch Neonazis in Großbritannien und Schweden eingesetzt.

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