Event für „NS Black Metal“-Fans

Von Horst Freires
04.06.2018 -

Im tschechischen Nyrsko findet am 14. Juli wieder das „Eternal Hate“-Festival statt – Headliner in diesem Jahr ist eine Band aus der Ukraine.

„Eternal-Hate“-Festival in 16. Auflage; (Screenshot)

Es ist bereits die 16. Auflage des „Eternal Hate“-Festivals, das am 14. Juli im tschechischen Nyrsko steigt, und es ist eine dauerhafte Adresse für Freunde des „NS Black Metal“ (NSBM). Ein Blick auf das Programm der vergangenen Jahre unterstreicht dies.

In diesem Jahr ist die aus dem rechten Lager kommende Combo „Nokturnal Mortum“ aus der Ukraine der Headliner. Doch auch die seit 1997 aktiven „Dark Fury“ aus dem polnischen Wroclaw sind in NSBM-Kreisen bestens bekannt und auf internationalen Bühnen präsent. Mitglieder der Band waren auch involviert in das RAC-Projekt „White Devils“. Wie in den Jahren zuvor ist auch eine deutsche Band eingeplant. Es handelt sich um „Nornir“ aus Freiberg, die bis dato nicht dem NSBM zuzurechnen sind, sich mit dem vorgesehenen Auftritt aber in musikalisch braunes Terrain begeben.

Hassmusik und Satanismus

Genau dort ist nämlich auch die tschechische Band „Sekhmet“ anzusiedeln. Ihr Hass auf Juden drückt sich im Lied „Zyklon B“ aus. Die Band spielte beispielsweise im September 2010 im thüringischen Kirchheim bei einem NSBM-Konzertabend. Hassmusik und Satanismus stehen auch bei der seit 1996 aktiven tschechischen Combo „Inferno“ um Sänger Adramelech auf der Visitenkarte. Die jüngste Albumveröffentlichung erfolgte über das in Sachsen-Anhalt beheimatete Label World Terror Committee (WTC) von Sven Zimper, der selbst viele Jahre NSBM-Musiker („Absurd“, „Wolfsmond“) war.

In den Vorjahren dienten NSBM-Bands wie „Graveland“ (2017), „Arkona“ (2016) und „Infernal War“ (2015) aus Polen oder „Ad Hominem“ (2014 und 2016) aus Frankreich als Festival-Zugpferde in Nyrsko. Combos, die schon seit geraumer Zeit aus guten Gründen, wenn überhaupt, dann nur noch konspirativ Bühnen in Deutschland finden. Deutsche Bands dieser auf Provokation und Tabubruch ausgerichteten Musikrichtung in der jährlichen „Eternal Hate“-Reihe wie „Askeregn“ (2014 und 2017), „Drudensang“ sowie „Schrat“ (beide 2017), „Permafrost“ (2016) und „Blutsturm“ (2015) zielen auch ganz klar auf deutsches Publikum ab.

„Orle Gniazdo“-Spektakel bisher nicht angekündigt

Ein anderes Festival mit eindeutig nationalistisch-rechtsradikaler Orientierung, das sich im Juli etabliert hatte, findet hingegen dieses Jahr wohl nicht statt. So gibt es bisher keinerlei Ankündigungen einer sechsten Auflage des zuletzt international besetzten und besuchten „Orle Gniazdo“-Rechtsrock-Spektakels in Polen, bei dem unter anderem 2016 und 2017 die Bremer Hool-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ aufgetreten war. Hintergrund sind behördliche Ermittlungen gegen die Festivalmacher nach Ausstrahlung eines TV-Berichtes von Ende Januar. Strafverfolger ermitteln seither wegen staatsfeindlicher Umtriebe und nationalsozialistischer Verherrlichung. Geprüft werden dabei auch Zusammenhänge mit etwaigen Aktivitäten des polnischen Ablegers der international agierenden, in Deutschland aber verbotenen „Blood&Honour“-Bewegung. Für die Anschuldigungen haben die Organisatoren in einer Verlautbarung die Verantwortung von sich gewiesen.

Weitere Artikel

NSBM-Event in Tschechien

12.07.2017 -

Die braune Blackmetal-Szene (NSBM) hat eine sich jährlich wiederholende Festivalreihe im Fokus. Am Samstag trifft sie im tschechischen Nyrsko wieder zusammen.

Streit um rechte Töne aus Frankreich

11.10.2016 -

Die umstrittene französische Band „Peste Noire“ soll am 19. November bei einem Black Metal-Konzert in Speyer auftreten –  dabei gibt es zahlreiche Hinweise auf die Rechtslastigkeit dieser Gruppe.

Meeting der europäischen NSBM-Szene

21.12.2015 -

Anfang April soll in Italien in fünfter Auflage ein Musikspektakel unter der Bezeichnung „Hot Shower“ stattfinden  – der Vorverkauf wird auch über den Berliner Versandhandel von Hendrik Möbus angeboten.

Metal-Klänge rechter Couleur

11.06.2018 -

In der angesagten Party-Location „Reithalle“ in Dresden soll es am 30. Juni wieder einmal einen umstrittenen Konzertabend geben.