„Erleuchter“ Horst Mahler

Von Anton Maegerle
12.12.2018 -

Im Leipziger Schelm Verlag soll dieser Tage die Broschüre „Was ist deutsch?“ des inhaftierten Holocaust-Leugners Horst Mahler erscheinen.

Neues Mahler-Traktat aus dem Schelm-Verlag; (Screenshot)

Laut Verlagswerbung ist der in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel inhaftierte und publizierende Mahler (Jg. 1936) „Opfer einer alttestamentarischen Rache, die weder Vergebung noch Gnade kennt.“ Herausgeberin der Schrift (plus Hör-CD) ist die Rechtsextremistin Imke Barnstedt (Jg. 1942). Mahler nimmt in der Broschüre auf Bitte von Barnstedt Stellung „zur Frage des Seins oder des Nichtseins unseres Volkes... angesichts der Bedrohung durch die One-World-Strategen, die mit ihrer ungeheuren Medienmacht die Glorifizierung eines globalen Massenmenschentums betreiben.“

Die in Oldenburg ansässige Schauspielerin Barnstedt bewegt sich seit Jahren im Umfeld von Holocaust-leugnenden Kreisen. Im September nahm sie an einer „Merkel muss weg“-Demonstration in Hamburg teil. In der Vergangenheit war sie auch in kleineren Rollen in Fernsehserien wie „Unser Lehrer Doktor Specht“ oder „Liebling Kreuzberg“ zu sehen.

Kampf gegen die „Holocaust-Lüge“

Der mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilte Mahler, früher RAF-Unterstützer, hatte in der Vergangenheit Konzentrationslager als „Altenheime für Juden" bezeichnet. Sich selbst kürte der heute 82-jährige Antisemit, der die NPD zeitweilig als Rechtsanwalt vertrat, zum „Erleuchter“ und „Retter der Christenheit“, der den Kampf gegen die „Holocaust-Lüge“ fortsetzen wolle.

Der Faksimileverlag Der Schelm wurde 2014 von Adrian Preißinger (Jg. 1964) gegründet. Preißinger war einst Neonazi-Musik-Produzent und später hauptamtlich Beschäftigter beim NPD-nahen Verlag Deutsche Stimme. 2001 befand das thüringische Landeskriminalamt: „Die Historie des Preißinger zeigt seine kontinuierliche und unbeirrbare Tätigkeit im Bereich der Produktion und der Verbreitung rechtsextremistischer Schrift- und Tonträger seit knapp zehn Jahren.“ Im Dezember 2002 wurde Preißinger vom Landgericht Dresden wegen Volksverhetzung, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Gewaltverherrlichung sowie Einfuhr strafrechtlich relevanter Tonträger verurteilt.

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