„Die Rechte“ strebt in die Kommunalpolitik

20.01.2020 -

Dortmund - Die neonazistische Kleinstpartei „Die Rechte“ (DR) will in ihrer Hochburg Dortmund bei den Wahlen zum Seniorenbeirat antreten und die Kommunalwahl mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten bestreiten.

Die braune Splitterpartei will auch in die Seniorenbeiräte einziehen; (Screenshot)

Als „[k]ommunalpolitische[n] Paukenschlag“ überschrieb die DR vor wenigen Tagen großspurig ihre Verlautbarung, dass sie mit eigenen Kandidaten an der Wahl zum Seniorenbeirat in Dortmund teilnehmen werde. Die Briefwahl dazu endet Anfang März, am 6. März werden die Stimmen ausgezählt und das Ergebnis mitgeteilt.

In vier der zwölf Wahlbezirke tritt die braune Miniaturpartei laut einer städtischen Wahlinfo an. Im Stadtteil Eving kandidiert Herbert Bernhardt, im Bezirk Innenstadt-West Horst Werner Obsadnik, in Innenstadt-Nord Erich Paul Dombrowski und in Innenstadt-Ost Bernd Schreyner.

Oberbürgermeisterkandidat von der DR

Für die überwiegend durch junge Neonazis geprägte Partei ist die Teilnahme an der Wahl zum Seniorenbeirat ein durchaus ungewöhnlicher Schritt, den sie gleichwohl ohne die beiden parteinahen Senioren Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt und Klaus Schäfer, Dortmunds ehemaliger Feuerwehr-Chef, geht. Kandidat Bernhardt hatte sich vor Jahren noch bei den Republikanern engagiert und wechselte 2014 zur NPD. Bernd Schreyner fungierte zeitweise als Sprecher des AfD-Kreisverbands Dortmund, verließ vor rund einem Jahr die AfD und trat in die „Die Rechte“ ein.

Schon im Dezember will die DR auf einer Wahlversammlung Schreyner zudem „ohne Gegenstimme“ als Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters nominiert haben. Auf besagter Versammlung wurde laut DR auch die zehnköpfige Reserveliste für den Dortmunder Stadtrat aufgestellt. Der bisherige Ratsherr und Bundesgeschäftsführer der DR, Michael Brück, führt demnach diese Liste an. Es folgen laut Partei weitere DR- und NPD-Kader als Kandidaten. Zudem seien alle 40 Direktwahlbezirke besetzt worden. Weitere Kandidaten für die zwölf Dortmunder Bezirksvertretungen wollte die neonazistische Splitterpartei zu einem späteren Zeitpunkt wählen. (mik)