Die Rechte-Kader Michael Brück tritt Mandat nicht an

Von Michael Klarmann
17.11.2020 -

Der bisherige Multifunktionär der neonazistischen Minitatur-Partei „Die Rechte“ (DR), Michael Brück, will sich teilweise aus der politischen Arbeit seiner Partei zurückziehen und hat sein Ratsmandat nicht angetreten.

Michael Brück, will sich angeblich teilweise aus der politischen Arbeit zurückziehen.

Brück war bis vor kurzem unter anderem Bundesgeschäftsführer seiner Partei und Dortmunder Ratsmann, der immer wieder durch provokative Aktionen auffiel. Bei den Kommunalwahlen 2020 war Brück DR-Spitzenkandidat in Dortmund. Bei der Wahl wurde nur noch er in den Rat gewählt. Die vorherige Ratsgruppe mit NPD-Mann Axel Thieme, deren Geschäftsführer NPD-Landeschef Claus Cremer war, endete. Zuschüsse von jährlich rund 45.000 Euro aus der Behördenkasse waren damit ebenso Geschichte.

Als sich vergangene Woche am 12. November der Dortmunder Rat konstituierte rückte überraschend Matthias Deyda für Brück nach. Deyda trat in der Vergangenheit als Auslandsbeauftragter der DR in Erscheinung und wurde bekannt wegen seiner Reden bei Neonazi-Aufmärschen im Ausland, die er zuweilen mit Hitler-Würdigungen oder -Zitaten garniert hat. Sein Debüt im Rat folgte der früheren Linie Brücks. Er habe den „Blockparteien Contra“ gegeben, teilte die DR etwas überschwänglich mit. Diese hätten Deyda verweigert einem Ratsausschuss anzugehören. Jener Ratsbeschluss müsse nun annullieren und juristisch angefochten werden, so die DR in einer Mitteilung.

In Leipzig in erster Reihe

Die DR ist bundesweit und in ihrer Hochburg Dortmund durch die Verbüßung von Haftstrafen einiger Führungskader geschwächt. Hinzu kommen laufende Ermittlungsverfahren oder finanzielle Verluste bei Parteifreunden, etwa durch behördliche Maßnahmen gegen den „Kampf der Nibelungen“ (KdN). Zwar verbuchten Brück und seine „Kameraden“ kürzlich erneut mediale Aufmerksamkeit, aber in den sozialen Medien ist die Partei sehr ruhig geworden. Das parteinahe Portal „Dortmund Echo“ wurde eingestellt.

Der bisher Medien gegenüber reserviert auftretende Brück teilte dem Lokalportal „Nordstadtblogger“ überraschend offen mit, dass es „eine Mischung aus vielen Faktoren“ dafür gebe, dass er sein Mandat nicht angetreten habe und er sich aus der DR-Arbeit teilweise zurückziehe. „Da ich mich beruflich und privat umorientiert habe, steht mir einfach nicht mehr die Zeit zur Verfügung, diese Tätigkeit auszuüben.“ Ein Aussteiger ist er gleichwohl nicht. Als es am Rande der „Querdenken“-Demonstration am 7. November in Leipzig zu Ausschreitungen von Rechtsextremen und Hooligans kam war Brück ganz vorne mit dabei und wurde von einem Polizisten mit Pfefferspray besprüht. Das, teilte Brück später mit, werde „juristische Konsequenzen für den Angreifer in Uniform haben.“

Erschienen in: Aktuelle Meldungen