„Deutschlandtreffen“ versus „Kyffhäusertreffen“

13.04.2018 -

Die beiden Parteiflügel der AfD bereiten ihre diesjährigen Großveranstaltungen vor.

Die AfD-„Gemäßigten“ kommen zum „Deutschlandtreffen“ zusammen; (Screenshot)

Die „Alternative Mitte“ (AM), die sich um eine gemäßigtere und bürgerliche Außendarstellung der Partei bemüht, trifft sich bereits am übernächsten Wochenende, diesmal in Nordrhein-Westfalen. Wo genau ihr mittlerweile zweites „Deutschlandtreffen“ am 22. April stattfinden wird, hat die Gruppe bisher nicht verraten. Als Redner auftreten werden drei AM-nahe Mitglieder des AfD-Bundesvorstands: Albrecht Glaser, Kay Gottschalk und Beatrix von Storch. Erwartet wird außerdem Bundessprecher Jörg Meuthen. In der Vergangenheit war er in AM-Kreisen wegen seiner Teilnahme an Veranstaltungen des völkisch-nationalistischen Flügels in die Kritik geraten. Diesmal ist er auch bei der parteiinternen Konkurrenz zu Gast.

Dass die Organisatoren ihren Veranstaltungsort bisher nicht öffentlich nennen, hat einen Grund. Eigentlich hatte das „Deutschlandtreffen“ bereits Ende Februar in Paderborn stattfinden sollen. Kurzfristig musste es aber abgesagt werden, nachdem ein Gastwirt den Mietvertrag gekündigt hatte.

„Flügel-Land Sachsen-Anhalt“

Deutlich größer als die Veranstaltung der AfD-„Gemäßigten“ wird das Treffen des radikaleren Parteiflügels am 23. Juni, kurz vor den Sommerferien, ausfallen. Wie in den letzten Jahren laden die Organisatoren rund um Björn Höcke und André Poggenburg zwar zu einem „Kyffhäusertreffen“ ein. Der Event findet aber diesmal an anderem Ort statt. Am Kyffhäuser ist es Höckes Gruppe, die sich „Der Flügel“ nennt, zu eng geworden. 750 Besucher zählte man dort im letzten Jahr – und konnte nach Angaben der Veranstalter gar nicht alle Anmeldungen berücksichtigen.

Diesmal sollen es gleich 1000 Teilnehmer werden, die sich zum „patriotischen Fest" auf Schloss Burgscheidungen versammeln – im „Flügel-Land Sachsen-Anhalt“, wie Höcke und Poggenburg in einem ersten Hinweis zu der Veranstaltung schreiben. Hauptverantwortlich für die Organisation soll der dortige AfD-Kreisverband Burgenlandkreis sein. An dessen Spitze steht Poggenburg. Landes- und Fraktionsvorsitz in Sachsen-Anhalt musste er nach seiner, auch in der eigenen Partei kritisierten Rede gegen „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“ zwar abgeben – umso mehr Zeit scheint aber zu bleiben für die Vorbereitung rechter Events. (rr)

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