Brokdorf-Pastor in rechtsextremen Zusammenhängen

Von Anton Maegerle
13.06.2019 -

Friedrich Bode war Mitbegründer der Grünen und wurde als demonstrierender Brokdorf-Pastor bekannt. Nun wird Bode erstmals in einem Verfassungsschutzbericht namentlich genannt – im Kapitel Rechtsextremismus.

Brokdorf-Pastor taucht jetzt im Verfassungsschutzbericht auf; Photo (Symbol): bnr.de

Im Verfassungsschutzbericht des Landes Niedersachsen für das Berichtsjahr 2018 wird darüber informiert, dass am 17. Februar 2018 eine Vortragsveranstaltung der NPD mit anschließendem Liederabend im „Dancing Club Karlshöfen“ (Landkreis Rotenburg/Wümme) stattfand. Eingefunden hatten sich etwa 70 Rechtsextremisten, darunter Aktivisten und Mitglieder der neonazistischen Gruppierung „Sektion Nordland“ und Personen aus dem „Anti-Antifa“-Umfeld in Bremen. Für Musik sorgte der Berliner Neonazi Michael Regener (alias „Lunikoff“). Referenten waren der NPD-Bundesvize Thorsten Heise, der schleswig-holsteinische NPD-Landesvorsitzende Ingo Stawitz sowie der pensionierte Pastor Friedrich Bode (Bremen).

Horst Mahler im Gefängnis besucht

Der 78-jährige Bode tritt seit einigen Jahren in rechtsextremen und Holocaust-leugnenden Zusammenhängen in Erscheinung. 2018 steuerte er ein Vorwort für das antisemitische Machwerk „Das Ende der Wanderschaft – Gedanken über Gilad Atzmon und die Judenheit“ des Antisemiten Horst Mahler bei. 2015 hatte Bode den inhaftierten Holocaust-Leugner im Gefängnis besucht und als „politischen Gefangenen“ sowie „Robin Hood gegen die Raubbanker“ glorifiziert. Bode vertritt wie Mahler die Auffassung, dass „wir keinen Friedensvertrag haben und uns die Medienhoheit versagt wird“, deshalb sei die Bundesrepublik „ein besetztes Land“.

1976 war Pastor Bode im Talar dabei, als Tausende im schleswig-holsteinischen Brokdorf gegen den Bau des Kernkraftwerks Unterelbe protestierten. Der Gründer der Grünen Liste Bremen, die 1979 in das Landesparlament einzog, beendete 2015 die Grünen-Mitgliedschaft durch Austritt. Er kam einem Ausschluss zuvor.