Braunes Gedenkritual

05.11.2019 -

Remagen – Zum mittlerweile elften Mal wird am 16. November von der rechtsextremen Szene zum Gedenkmarsch für die Opfer der verschiedenen alliierten Gefangenensammelstationen „Rheinwiesenlager“ nach Remagen mobilisiert.

Zunehmend rückläufige Teilnehmerzahlen bei der „Rheinwiesenlager“-Aktion; (Screenshot)

Im vergangenen Jahr wurden vor Ort in Begleitung von Trommelklängen bei rückläufiger Beteiligung rund 150 Teilnehmer gezählt. Als Redner traten dabei der Bundesvorsitzende der Kleinstpartei „Die Rechte“ Sascha Krolzig sowie sein Parteikollege Manfred Breidbach auf. Der frühere FAP-Funktionär Ralph Tegethoff zelebrierte außerdem eine heroische Kranzniederlegung.

Partiell waren in den vergangenen Jahren auch die NPD und ihr Jugendverband Junge Nationalisten beim Gedenkmarsch vertreten. Die Parteikonkurrenz vom „III. Weg“ orientiert sich am 16. November hingegen zum Heldengedenken ins oberfränkische Wunsiedel. (bnr.de berichtete)

Eine Remagen-Rednerliste für die „Rheinwiesenlager“-Aktion am 16. November dieses Jahres wurde bisher nicht angekündigt. Überhaupt halten sich die Organisatoren mit der öffentlichen Bewerbung dezent zurück. Auf der Aktions-Facebook-Seite zu dem Event heißt es dazu konkret: „Es gibt Veranstaltungen zu Anlässen, für die man nicht groß Werbung macht.“ Gehen Historiker von einer realistischen Opferzahl von 10 000 bis höchstens 40 000 Gefangenen aus, ist im braunen Gedenkaufruf von einer Million Toten die Rede. (hf)