Braune Events mit Thorsten Heise

Von Kai Budler
17.05.2018 -

Auch in diesem Jahr will der NPD-Landesvorsitzende in Thüringen Thorsten Heise offenbar das Rechtsrock-Festival „Eichsfeldtag“ durchführen. Im November steht dann der zweite Teil des neonazistischen „Schild- und Schwert-Festivals“ an.

NPD-Funktionär Thorsten Heise (2. v. l.) und Anhänger der "Arischen Bruderschaft", hier beim „Eichsfeldtag“ 2013; Photo (Archiv): Otto Belina

Im thüringischen Leinefelde soll wohl auch 2018 das jährliche Rechtsrock-Open Air „Eichsfeldtag“ stattfinden.  Auf einer rudimentären Homepage, die offenbar noch im Aufbau begriffen ist, wird als Termin dafür der 1. September dieses Jahres angegeben. Unter der entsprechenden Internetadresse wurde bereits in den vergangenen Jahren für den „Eichsfeldtag“ geworben. Das Copyright lag im vergangenen Jahr beim NPD-Kreisverband Eichsfeld, dessen Vorsitzender  Thorsten Heise ist.

Damit organisiert der NPD-Funktionär Heise 2018 gleich drei Rechtsrock-Konzerte unter freiem Himmel, neben dem geplanten „Eichsfeldtag“ in Leinefelde Anfang September soll am ersten Novemberwochenende auch der zweite Teil seines zweitägigen „Schild und Schwert“-Festivals anstehen. Dies steht unter dem Motto: „Organisierten Willen in die Parlamente tragen“. Der erste Teil des Festivals hatte am 20. und 21. April knapp 1200 Personen auf das Grundstück des Hotels Neißeblick im sächsischen Ostritz gelockt. In diesem Rahmen sorgte das Logo von Heises Sicherheitsdienst „Arische Bruderschaft“ für Aufsehen. Weil es gleichzeitig das Wappen einer Division der Waffen-SS sei, sah die Staatsanwaltschaft in Görlitz den Straftatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erfüllt. Das dortige Amtsgericht erließ einen richterlichen Beschluss zur Beschlagnahme. Die Polizei beschlagnahmte daraufhin am zweiten Tag des Neonazi-Festivals T-Shirts, Plakate und Banner mit dem entsprechenden Symbol und leitete nach eigenen Angaben gegen jeden Träger des Symbols Strafverfahren ein.

Ermittlungen wegen inkriminiertem Symbol

Nachdem der langjährige Neonazi Heise dessen ungeachtet in seinem Online-Shop auch weitere Gegenstände wie Schals, Klettaufnäher und Kaffeetassen mit dem Logo verkauft hatte, sind sie inzwischen aus dem Online-Sortiment verschwunden. Grund dafür könnte die Anzeige sein, die die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss kurz nach dem April-Festival in Ostritz gestellt hatte. Als Inhaber eines Verlags und des dazugehörigen Onlinehandels verbreite und verkaufe Heise weitere Gegenstände mit dem Logo, hatte die Politikerin erklärt. Gegen den NPD-Funktionär wurde ein Strafverfahren wegen Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet, die zuständige Polizeiinspektion Nordhausen ermittelt gegen Heise. Auch beim „Eichsfeldtag“ in Leinefelde ist spätestens seit 2012 der Ordnerdienst der „Arischen Bruderschaft“ tätig, Heises Ordner trugen auch hier stets Kleidung mit dem in Sachsen inkriminierten Symbol. Somit wäre eine gerichtliche Klärung auch im sächsischen Nachbarland von großem Interesse.

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