B&H-Event mit deutscher Handschrift

Von Horst Freires
17.02.2017 -

Beim internationalen Rechtsrock-Meeting zur „Verteidigung Europas“ im März sind auch drei Bands aus Deutschland dabei.

Gleich drei deutsche Rechtsrock-Bands wollen Europa verteidigen; (Screenshot)

Wenn am 18. März fünf Bands unter dem Leitmotiv „Defend Europe“ auf die Bühne steigen, dann steckt einmal mehr inhaltlich wie logistisch eine maßgebliche deutsche Beteiligung hinter dem Event. Die Veranstaltung wird beworben für Western Europe, doch im Jahreskalender der international agierenden „Blood&Honour“-Bewegung wird Frankreich als Konzertort benannt. Im online abrufbaren Werbebanner für den Auftritt sind Kontakttelefonnummern angegeben: Zwei mit deutscher Vorwahl, eine mit einer niederländischen – ein durchaus brisantes Detail, ist doch die B&H-Sektion in Deutschland seit dem Jahr 2000 verboten.

Und auch gleich drei deutsche Bands wollen an besagtem Tag Europa verteidigen. Hinter „Division Germania“ steckt Andreas Koroschetz aus Mönchengladbach, der auch mit der „Hammerskin“-Bewegung in Verbindung steht. Aus Chemnitz kommen „Blitzkrieg“, die bereits seit 1999 aktiv sind und bereits 2014 in Finnland bei einem B&H-Konzert mit von der Partie waren. „Heiliger Krieg“ mit Sänger Max Hirsch ist ein Folgeprojekt der schwäbischen Combo „Race War“, deren Mitglieder im November 2006 vom Stuttgarter Landgericht wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zu Bewährungsstrafen verurteilt wurden.

Urgestein der Rechtsrock-Szene

Ebenfalls zum Line Up gehören „Squadron“ aus London. Sie zählen im B&H-Mutterland Großbritannien zu den Urgesteinen der Rechtsrock-Szene. In ihrem Repertoire befindet sich mit „R.I.P.“ auch ein Stück, in dem Adolf Hitler glorifiziert wird. „Fortress“ komplettieren das Billing. Die Band aus Australien gehört in ihrer Heimat zur B&H-Familie. Sie ist bereits im dritten Jahrzehnt aktiv und veröffentlichte ihren ersten Tonträger 1992 in Deutschland bei Rock-O-Rama. „Squadron“ und „Blitzkrieg“ traten übrigens erst am 19. November gemeinsam in Norditalien beim europäischen Schulterschluss zwischen „Blood&Honour“ und „Hammerskins“ auf. (bnr.de berichtete)

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