„Azow“-Sympathisanten in Sachsen

04.11.2019 -

Der im sächsischen Pirna ansässige rechtsextreme Kryptonit-Versand bietet bedruckte T-Shirts für rechtsextrem Gesinnte an.

Im Angebot: Devotionalien für den rechtsextremen Alltag; (Screenshot)

Im Angebot des Versands sind unter anderem T-Shirts mit dem Aufdruck „AZOV. Slava Ukraini“ (Es lebe die Ukraine). Das paramilitärische Freiwilligenbataillon „Azow“ wurde 2014 gegründet, um den Kampf gegen die prorussischen Separatisten in der  Ostukraine militärisch zu unterstützen. Die Parole „Slava Ukraini“  wurde während des Zweiten Weltkrieges von den Mitgliedern der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) gerufen. Die UPA machte gemeinsam mit der Wehrmacht Jagd auf Juden und Polen. „Azow“ unterhält Kontakte zu mehreren rechtsextremen Gruppierungen in Deutschland, darunter zur NPD und der Kleinpartei „Der III. Weg“.

Der Kryptonit-Versand von Thomas Rackow hat seinen Sitz in Pirna (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge). Dort befindet sich auch das „Haus Montag“, ein Versammlungszentrum der NPD für Rechtsextremisten der Region. Am 16. Februar 2019 referierte dort die „Azow“-Propagandistin Olena Semenyaka (Jg. 1987) über „Die ASOW-Bewegung im ukrainischen Wahljahr". (bnr.de berichtete) Rackow gehörte einst der 2001 vom sächsischen Innenministerium verbotenen Gruppierung „Skinheads Sächsische Schweiz“ (SSS) an. Später war Rackow Mitarbeiter eines Mitglieds der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag.

Im Angebot des Kryptonit-Versands sind unter anderem auch T-Shirts mit den Aufdrucken „Harkenkreuz Division“ oder „against Gender Mainstreaming“ sowie Tassen mit der Aufschrift „Defend The Occident“. (am)