Antisemit tritt aus der AfD aus

Von Carsten Meyer / Joachim F. Tornau
16.05.2017 -

Der ehemalige nordhessische AfD-Kreistagsabgeordnete Gottfried Klasen ist seinem Parteiausschluss wegen rechtsextremer und antisemitischer Internetveröffentlichungen zuvorgekommen.

AfDler aus Nordhessen ist seinem möglichen Parteiausschluss durch Austritt zuvorgekommen; (Screenshot)

Auf seinem Facebook-Profil veröffentlichte der 67-jährige Klasen ein Schreiben, in dem er seinen Parteiaustritt erklärte. Das Parteiausschlussverfahren, mit dem der Kasseler Kreisverband vor zwei Wochen auf die Berichterstattung der „Frankfurter Rundschau“ (FR) über Klasens fortdauernde Facebook-Hetze reagiert hatte, erwähnte der Unternehmensberater aus Zierenberg in seiner Austrittserklärung jedoch mit keinem Wort. (bnr.de berichtete) Er begründete seinen Schritt vielmehr mit der angeblichen Entwicklung der AfD zu einem „koalitionsfähigen Beliebigkeitskurs“, die er „mit einer gehörigen Portion Widerwillen“ habe zur Kenntnis nehmen müssen.

Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte die FR zum ersten Mal auf die rechtsextremen und antisemitischen Äußerungen des AfDlers im Internet hingewiesen. So hatte Klasen in zahlreichen Statements sein antisemitisches Weltbild einer vermeintlichen jüdischen Allmacht sowie eine Nähe zum nationalsozialistischen Rassenwahn offenbart. Ausschließen wollte ihn die AfD deswegen jedoch nicht: Die Partei gab sich damals damit zufrieden, dass Klasen als Abgeordneter im Kasseler Kreistag zurücktrat, und glaubte ansonsten seinen Beteuerungen, dass er gar kein Antisemit sei. (bnr.de berichtete)

Gleichwohl postete Klasen weiter rechtsextreme und antisemitische Facebook-Beiträge in hoher Frequenz. Unter anderem rief er zu einer Demonstration von Holocaust-Leugnern auf. Zum Bundesparteitag der AfD im April in Köln war er trotzdem noch als Delegierter entsandt worden.

Erschienen in: Aktuelle Meldungen

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