Anklage gegen militanten Rassisten

Von Kai Budler
29.09.2020 -

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat Anklage gegen einen 21-jährigen Rechtsextremisten aus Hildesheim erhoben, der in einem Internet-Chat mit Anschlägen gegen Muslime gedroht hatte.

Muslimhasser mit mörderischen Plänen; Photo (Symbol): bnr.de

Das Vorbild für Felix Maria F. war der Attentäter von Christchurch in Neuseeland, der im März 2019 bei einem Terroranschlag auf zwei Moscheen insgesamt 51 Menschen getötet und 50 weitere Menschen verletzt hatte. Spätestens seitdem habe sich der 21-Jährige aus Hildesheim mit rechtsextremem Gedankengut beschäftigt, heißt es in der Anklageschrift der Zentralstelle Terrorismusbekämpfung der Generalstaatsanwaltschaft Celle. Einen besonderen Hass habe er gegen Juden, Muslime, Schwarze und Frauen entwickelt. So habe er im August 2019 auf einer Internet-Plattform einen dunkelhäutigen Mann wegen seiner Herkunft beschimpft und ihm sowie „allen anderen Schwarzen“ das Lebensrecht abgesprochen.

Eine möglichst große Anzahl von Muslimen töten

Unter dem Eindruck des Terroranschlags in Christchurch fasste der Beschuldigte offenbar den Entschluss, auch in Deutschland einen solchen bewaffneten Anschlag zu begehen, um eine möglichst große Anzahl von Muslimen zu töten. Zusätzlich wollte ein Klima der Angst und Verunsicherung in Deutschland erzeigen. Dafür beschaffte er sich zwei Armbrüste mit Pfeilen, Spitzen und einem Zielfernrohr, insgesamt vier Messer und einen Teleskopschlagstock. Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörde wollte F. diese Waffen bei der Umsetzung seines Plans verwenden.

Im Mai schließlich prahlte F. in einem Chat damit, sich bereits vor einer Moschee zu befinden und „gleich Muslime" zu töten. Wie der Attentäter von Christchurch gab er an, als „Krieger seines Landes" aus „Rache für die islamistischen Terroranschläge" zu handeln und etwas gegen die „Invasoren" zu tun. Ansonsten werde „die weiße Rasse untergehen". Der Terroranschlag in Neuseeland war auch Vorbild des Attentäters Stefan Balliet, der am 9. Oktober 2019 einen Anschlag auf die Synagoge in Halle verübte, zwei Menschen erschoss und weitere verletzte. Nachdem sein Chatpartner die Polizei informierte, nahmen die Ermittler den 21-jährigen Hildesheimer am 30. Mai dieses Jahres in Gewahrsam. In seiner Wohnung stießen sie auf die Waffen und Datenträger mit rechtsradikalen Inhalten.