Altgedienter Neonazi abgetreten

08.08.2019 -

Ein über Jahrzehnte in der braunen Szene aktiver Neonazi aus Essen ist im Alter von 58 Jahren verstorben.

Langjähriger Neonazi ist verstorben; Photo (Archiv): bnr.de

Andreas W. Kreisköther aus Essen ist vor wenigen Tagen seiner Krebserkrankung erlegen. Diese Nachricht verbreitete der Holocaust-Leugner Henry Hafenmayer aus Oberhausen jetzt auf seinem Blog „Ende der Lüge“ und skizziert dabei einige Stationen auf dessen neonazistischem Lebensweg, bezeichnet ihn dabei als „mein guter Freund und Kamerad“.

Kreisköther begann seine Neonazi-Karriere demnach wie viele seiner Altersgefährten mit einer Mitgliedschaft in der 1994 verbotenen „Wiking-Jugend“, offenkundig den Fußstapfen seines Vaters folgend. Kreisköther geriet in der Folge in den Dunstkreis des ehemaligen SS-Oberscharführers Wilhelm Wübbels aus Bocholt, der Mitte der 70er Jahre besessen von dem Gedanken war, wieder eine NSDAP in der Bundesrepublik auf die Beine zu stellen. Frührentner Wübbels war dabei Herausgeber des Blättchens „Wille und Weg – Nationalistische Reichszeitung“ und bezeichnete sich selbst als „Reichsleiter“.

Aktiv in der ANS/NA und der FAP

Zu den damaligen Weggefährten Kreisköthers gehörte auch der Duisburger Neonazi-Führungskader Jürgen Mosler. Anfang der 80er Jahre firmierte man als „Nationale Aktivisten,“ eine Organisation, die sich im Januar 1983 mit der „Aktionsfront Nationaler Sozialisten“ unter Regie von Michael Kühnen zusammenschloss, aber noch im November desselben Jahres verboten wurde. Für zahlreiche ANS/NA-Aktivisten wurde anschließend die „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“ (FAP) ein Auffangbecken. Ein nordrhein-westfälischer Landesverband der FAP konnte sich ab Februar 1984 dann unter dem Landesvorsitz von Erhard Kemper und seinem Stellvertreter Mosler auch auf die Mitarbeit Kreisköthers als Vorstandsreferent verlassen. 1995 wurde dann auch die FAP verboten.

Schließlich wurde nach Hafenmayers Angaben zufolge Kreisköther durch seine Bekanntschaft zu Udo Voigt Mitglied in der NPD. Bis auf wenige Wortbeiträge für die NPD Oberhausen, für die Mosler 2009 bei den Kommunalwahlen kandidiert hatte, hielt sich der nun Verstorbene aber sehr im Hintergrund. (hf)