AfD-Veranstaltung mit rechter Flanke

29.01.2019 -

Mönchengladbach – An dem AfD-„Bürgerdialog“ in Mönchengladbach am 6. Februar, den „Mönchengladbach steht auf“ mit einem Aufmarsch vor Gegenprotesten schützen will, nehmen drei prominente Vertreter der AfD teil.

Rechtsextremer Verein will den AfD-„Bürgerdialog“ schützen; (Screenshot)

Der frühere „pro NRW“-Funktionär und Mitgründer der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), Dominik Roeseler, will mit seinem rechtsextremen Verein „Mönchengladbach steht auf“ die Veranstaltung der AfD mit einem Aufmarsch und einer Kundgebung vor Gegenprotesten schützen. (bnr.de berichtete) Roeseler gehört dem Stadtrat von Mönchengladbach an, der AfD-„Bürgerdialog“ soll am Mittwoch nächster Woche in den städtischen Räumen im „Haus Erholung“ stattfinden.

Die AfD hat unterdessen mitgeteilt, welche Vertreter auf dem „Bürgerdialog“ sprechen sollen. Zum einen der sich immer seriös gebende verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Rüdiger Lucassen. Den stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisverbandes Euskirchen beglückte Mitte 2018 bei der Eröffnung seines Wahlkreisbüros eine Delegation des fremdenfeindlichen und extrem rechten belgischen „Vlaams Belang“. (bnr.de berichtete) Neben Lucassen wird der Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk angekündigt. Der Vizechef der Bundespartei lebt am Niederrhein und gilt als eher moderat auftretender Parteisoldat, der bisweilen jedoch radikal auftreten kann. So rief Gottschalk 2018 auf dem Neujahrsempfang der AfD-Krefeld zum Boykott türkischer Geschäfte auf.

Andreas Kalbitz zu Gast

Als dritter Gast des Abends wird der hinter Björn Höcke wohl prominenteste Vertreter des völkisch-nationalistischen „Flügels“, der Brandenburger Landeschef und Vorsitzende der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag, Andreas Kalbitz, angekündigt. Kalbitz war im Frühjahr 2018 in die Schlagzeilen geraten, weil er 2007 an einem Zeltlager („Pfingstlager“) der zwei Jahre später verbotenen neonazistischen Kaderschmiede „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) teilgenommen hat. Kalbitz will dabei jedoch nur Gast der HDJ gewesen sein.

Der Brandenburger wird unterdessen in dem Gutachten des Bundesverfassungsschutzes über verfassungsfeindliche Bestrebungen in der AfD über 60 Mal namentlich erwähnt. Während ein Besuch Höckes in Bottrop vor Wochen noch zu heftigem Streit führte in der um ein moderates und bürgerliches Bild bemühten nordrhein-westfälischen AfD (bnr.de berichtete), scheint der Besuch des kaum weniger radikal auftretenden Kalbitz in Mönchengladbach derzeit keine größere Kontroverse auszulösen.

Das Bündnis „Mönchengladbach stellt sich quer“ will sowohl gegen die AfD als auch gegen die Aktionen Roeselers mit einer Art Straßenfest demonstrieren. (mik)

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