Der Opfer des NS-Terrors gedenken

Von Redaktion
23.01.2015 -

Seit fast 20 Jahren hat der Holocaust-Gedenktag in Deutschland einen festen Platz – bundesweit finden am 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz an zahlreichen Orten Veranstaltungen statt.

Stelenfeld Holocaust-Mahnmal; Photo: stihl024 / pixelio.de

Der 27. Januar: Tag der Befreiung der Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Dieser Ort des Schreckens hat sich als Inbegriff des NS-Terrors durchgesetzt. Der Holocaust-Gedenktag hat in der Bundesrepublik Deutschland inzwischen einen festen Platz. Seit 1996 wird am 27. Januar der Opfer des nationalsozialistischen Verbrecherregimes gedacht. 2015 jährt sich das Datum zum 70. Mal.

Im Deutschen Bundestag wird am 27. Januar 2015 im Plenarsaal der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Die Hauptrede der Gedenkstunde hält in diesem Jahr Bundespräsident Joachim Gauck. Im vergangenen Jahr war der 95-jährige russische Schriftsteller Danil Granin, Überlebender der Belagerung Leningrads, Redner im Deutschen Bundestag, 2013 die Holocaust-Überlebende Inge Deutschkron Gastrednerin.

Die Gedenkstunde am Dienstag, an der neben Bundestagsabgeordneten Vertreter der Verfassungsorgane, darunter Bundesratspräsident Volker Bouffier, sowie junge Menschen aus verschiedenen Ländern teilnehmen, wird von Bundespräsident Norbert Lammert eröffnet und ab 9.00 Uhr live im Parlamentsfernsehen, im Internet und auf mobilen Endgeräten übertragen.

Auch die diesjährige Jugendbegegnung des Deutschen Bundestages beschäftigt sich mit Auschwitz, dem Symbol des Holocausts und der NS-Verbrechen. 80 Jugendliche nehmen daran teil, die sich in Deutschland und seinen Nachbarländern, vor allem Polen und Frankreich, mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzen oder sich gegen Antisemitismus und Rassismus engagieren.

Die Auftaktveranstaltung zum internationalen Gedenken anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz findet am 26. Januar um 14.00 Uhr in der Urania in Berlin statt. Marian Turski aus Warschau und Eva Fahidi aus Budapest werden als Auschwitz-Überlebende gemeinsam mit jungen Menschen aus Polen, Israel und Deutschland die Gedenkveranstaltung des Internationalen Auschwitz Komitees in Berlin gestalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird zum Abschluss der Veranstaltung zu den Gästen aus Politik, Kultur und Gesellschaft sprechen. Die Gedenkveranstaltung des Internationalen Auschwitz-Komitees übertragen Phoenix und ZDF live.

Bundesweit werden am 27. Januar zahlreiche Gedenkveranstaltungen durchgeführt. Nachstehend einige ausgewählte Beispiele aus den Ländern und lokale Veranstaltungen:

In der Schweriner Schlosskirche findet am 27. Januar ab 18.00 Uhr die Gedenkveranstaltung des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern statt. Als Gastredner wird Horst Selbiger, Zeitzeuge und Ehrenvorsitzender von „Child Survivors Deutschland e.V. – Überlebende Kinder der Shoah“, erwartet.

Der niedersächsische Landtag in Hannover lädt am 27. Januar um 17.00 Uhr zu einer Gedenkstunde in den Interims-Plenarsaal ein. Die Gedenkstunde wird vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) als Live-Stream in Internet übertragen.

Mit einer zentralen Gedenkfeier im Kunstgebäude in Stuttgart erinnert der Landtag von Baden-Württemberg an die Opfer des Nationalsozialismus. Zu der Veranstaltung im Plenarsaal um 11.00 Uhr werden rund 250 Teilnehmer/innen erwartet.

In Erfurt findet die zentrale Gedenkveranstaltung des Landtags und der Landesregierung am Dienstag, um 10.00 Uhr im Plenarsaal des Thüringer Landtags statt. Pavel Kohn, Überlebender der Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz und Buchenwald hält die Gedenkrede. Im Anschluss findet um 14.00 Uhr eine Kranzniederlegung auf dem ehemaligen Appellplatz der Gedenkstätte Buchenwald zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus statt.

Der Sächsische Landtag und die Staatsregierung gedenken mit einer gemeinsamen Veranstaltung der Opfer des Nationalsozialismus. Die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden (NJK) spielt dazu Werke von Komponisten jüdischer Herkunft, die bis heute sehr selten oder gar nicht aufgeführt werden und die somit vor dem Vergessen bewahrt werden sollen.

In Berlin laden die Hildegard-Lagrenne-Stiftung und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am 27. Januar um 12.00 Uhr  zu einer Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, zwischen Brandenburger Tor und Reichstagsgebäude, ein.

Die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin gedenken am Dienstag der Opfer des Nationalsozialismus im Rahmen einer Veranstaltung mit Kranzniederlegung um 15.00 Uhr am Mahnmal auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers des Konzentrationslagers Sachsenhausen, Wismarer Straße / Eugen-Kleine-Brücke. Im Namen der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin, der Berliner Vereinigung ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener, VVN-BdA e. V. und des Bezirksamtes Mitte wird am Dienstag um 14.00 Uhr eine Schweigeminute mit anschließender Kranzniederlegung im Foyer des Rathauses Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin, stattfinden.

Die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert gedenkt jährlich am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, der Opfer des Nationalsozialismus. In diesem Jahr steht die Erinnerung an die Kindertransporte im Mittelpunkt, mit denen jüdische Kinder aus Deutschland vor allem nach Großbritannien gelangten. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 25. Januar 2015, ab 14:00 Uhr in der Evangelische Kirchengemeinde Zum Heilsbronnen, Heilbronner Straße 20, 10779 Berlin, statt.

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