NS-Zeit

Erinnerungen und Abrechnungen, Texte und Briefe

06.05.2004 - "Die Aktion", eine Berliner Wochenschrift mit dem Untertitel „Zeitschrift für freiheitliche Politik und Literatur“, erschien zum ersten Mal am 20. Februar 1911. Sie tritt, so die programmatische Note am Endes ersten Heftes, deren Urheberschaft später Kurt Hiller für sich in Anspruch genommen hat, "für die Idee der Großen Deutschen Linken ein ... will den imposanten Gedanken einer ‘Organisierung der Intelligenz’ fördern und dem lange verpönten Wort ‘Kulturkampf’...wieder zu seinem alten Glanz verhelfen...’Die Aktion’ hat den Ehrgeiz, ein Organ des ehrlichen Radikalismus zu sein."

SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung

06.05.2004 - Mit der SS assoziiert man gemeinhin Terror und Verfolgung. Daß damit auch noch eine Menge Geld gemacht wurde, beschreibt Walter Naasner aufgrund sorgfältiger Recherchen Bundesarchiv Koblenz, wo er als Archivar tätig ist. Das Arbeitspotential der KZ-Häftlinge wurde in unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen genutzt - von effektiven Verwaltungsexperten, die nach 1951 größtenteils wieder in die bundesdeutsche Gesellschaft zurückkehrten. Mord und Terror: sie waren auch eine Variante von Gewinnstreben.

Eine andere Erinnerung, Frauen erählen von ihrem Leben im Dritten Reich

06.05.2004 - Wie haben Frauen die Jahre von 1933 bis 1945 erlebt? Wie haben sie in dieser Zeit gelebt und gehandelt? Dieser Frage geht die US-amerikanische Journalistin Alison Owings in den 21 Interviews ihres Buches "Eine andere Erinnerung" nach, das jetzt auch auf Deutsch erschienen ist. Sie traf auf ihrer Suche auf die unterschiedlichsten Menschen, aber in keinem Fall auf die vermeintliche "Durchschnittfrau" des Dritten Reichs: die schweigende, apolitische, nicht zu besserem Wissen fähige Mitläuferin. Mit dieser Legende aufzuräumen - sowie die Nähe, die zu den Interviewten hergestellt wird und der daraus folgende Einblick - sind wohl das größte Verdienst des Buches. Darüber hinaus hat es einen hohen Wert für die feministische und Frauenforschung. Nachdem die These der friedfertigen besseren Hälfte verabschiedet worden ist, wird heute an Fragen nach weiblichem Autoritarismus, Rechtsextremismus oder ihrer Bereitschaft zur Täterschaft ingearbeitet. Bei der Beantwortung kann Owings\' Buch weiterhelfen.

Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. Die Kontroverse um die Präventivschlagsthese

06.05.2004 - Seit Mitte der 80er Jahre stieg unter Beifall von rechts die Zahl derer, die Hitlers Überfall den von der Nazi-Propaganda behaupteten Präventivcharakter zusprechen. Nach der Öffnung der Moskauer Archive kann diese Auffassung nun fundiert zurückgewiesen werden. Im Sommer 1941 gab es auf sowjetischer Seite keine Angriffsvorbereitungen, die denen der Deutschen annähernd vergleichbar gewesen wären.

"In der Ruhe liegt die Kraft", sagte mein Vater

06.05.2004 - "Mein Zeugnis soll als Warnung dienen" - Eine Überlebende erinnert sich.

IBM und der Holocaust

06.05.2004 - Holocaustüberlebende haben in den USA gegen IBM Klage erhoben.

Was hätten Sie getan? Die Flucht der Familie Kahle aus Nazi-Deutschland / Die Universität Bonn vor und während der Nazi-Zeit

06.05.2004 - Was hätten Sie getan? Diese Frage sollte sich jeder einmal gestellt haben, wer aus dem sicheren Schoß einer Demokratie heraus Leute anprangert, die sich in einem totalitären System angepaßt und geduckt haben, die Mitläufer waren, nicht protestierten und sich nicht widersetzten. Wer solche Menschen verdammt, kann aus den Erlebnissen von Marie Kahle erfahren, wie eine Diktatur schon auf ein Mindestmaß an Zivilcourage reagiert.

Frauen im Holocaust

06.05.2004 - Haben Frauen den Hunger, die Schläge und die Zwangsarbeit in Konzentrationslagern anders erlebt als Männer? Ruth Bondy, israelische Autorin und überlebende einstige Gefangene in Auschwitz und Bergen-Belsen, stellt klar: "Zyklon B macht keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen; derselbe Tod raffte alle dahin."

Hitler 1936 - 1945

06.05.2004 - Eine fesselnde Darstellung des britischen Historikers Ian Kershaw über Hitler und seine Zeit - von 1936, dem Höhepunkt der Popularität, bis zum Untergang des NS-Regimes 1945.

Helden, Täter und Verräter - Studien zum DDR-Antifaschismus

06.05.2004 - Es ist eine viel bemühte Behauptung: Wenn auch vieles an der DDR verurteilenswert gewesen sei, so sei es dem sozialistischen Deutschland doch immerhin gelungen, nach dem Dritten Reich einen saubereren antifaschistischen Weg einzuschlagen als die Bundesrepublik.