NS-Zeit

Dienen und Verdienen, Hitlers Geschenke an seine Eliten

06.05.2004 - Man sollte meinen, inzwischen sei nun wirklich alles untersucht und geschildert, was Hitler und sein Umfeld betrifft, seine Politik, sein Privatleben, seine Jugend in Wien, sein Tagesablauf undsoweiter

Gall, Lothar, Pohl, Manfred (Hrsg.)

06.05.2004 - Namhafte Historiker dokumentieren in acht Kapiteln 150 Jahre Eisenbahngeschichte in Deutschland. Der besonders relevante Teil "Die Deutsche Reichsbahn in der nationalsozialistischen Diktator 1933 bis 1945" von Klaus Hildebrand jedoch ist lückenhaft und einseitig.

Fraktur oder Antiqua. Der Schriftstreit von 1881 bis 1941

06.05.2004 - Mit viel Sinn für die sprach- und schriftpolitischen Konstellationen hat Silvia Hartmann den "Ersten Deutschen Schriftstreit" rekonstruiert: den Streit zwischen Fraktur und Antiqua, in dem seit 1933 die Fraktur amtlicherseits vorne lag, bis sie mit den imperialen Plänen des Reiches in Widerspruch geriet. Eine spannende Lektüre gerade angesichts des neuen Schreib-Streits, in dem die Nachfolger der alten Fraktur-Vorkämpfer wieder an vorderster Front mitmischen.

Enzyklopädie des Nationalsozialismus

06.05.2004 - Eine dreibändige Enzyklopädie und ein biographisches Lexikon mache zum Verständnis der Nazi-Zeit notwendige Informationen in geraffter Form zugänglich.

Biographisches Lexikon zum Dritten Reich

06.05.2004 - Eine dreibändige Enzyklopädie und ein biographisches Lexikon mache zum Verständnis der Nazi-Zeit notwendige Informationen in geraffter Form zugänglich.

Hitler 1889-1936

06.05.2004 - Wer über Hitler schreibt, schreibt auch über Deutschland und seine Verbrechen, er mag es sich eingestehen oder nicht. Ein Historiker, der sich eine Hitler-Biographie vornimmt, steht vor dem Dilemma, daß Hitlers krankhafter Antisemitismus Auschwitz nicht erklären kann, Auschwitz aber ohne Hitler nicht möglich gewesen wäre. Kershaws Hitler-Biographie stellt sich im ersten Band dieser Frage (noch?) nicht, aber sie schafft die Voraussetzungen zu ihrer Beantwortung.

Hitlers Wien

06.05.2004 - Hitlers erfolgreiche Retuschen an seinem Lebenslauf haben frühere Biographen zu Spekulationen Zuflucht nehmen lassen. Brigitte Hamann dokumentiert hingegen den Kontext seiner Wiener Jahre: Veranstaltungen, Opernaufführungen, Parlamentsdebatten. Aus sozialgeschichtlichem Material rekonstruiert sie etwa seine Vermögensverhältnisse und gelangt bis zu dem Schluß, sein Antisemitismus sei späteren Ursprungs. Ein wichtiges Buch, dessen Qualität nur durch die schlechte Bibliographie der vorliegenden Ausgabe geschmälert wird.

Die Shoah. Überlebenskampf und Vernichtung der europäischen Juden

06.05.2004 - Eine neue Darstellung zur Judenverfolgung und -vernichtung füllt mit einem Schwerpunkt auf die Opfer und das wechselseitige Verhältnis zwischen den Tätern und ihnen eine Lücke der Forschung. Unter erstmaliger Auswertung hebräischsprachiger Quellen zur Sicht der polnischen Juden erarbeitete die in Haifa lehrende Leni Yahil ein Werk, das den pauschalisierenden Gegensatz zwischen aktiven Tätern und passiven Opfern zu vermeiden versucht. Besonders geglückt sind daher Darstellungen jüdischer Aktivitäten wie etwa der Judenräte. Diese Qualität kann das Buch bezüglich der Analyse der Tätergesellschaft nicht halten, aber seine Stärken machen die materialreiche Studie zu einem interessanten Beitrag.

Juden in Berlin von 1938 bis 1945, Begleitbuch zur Ausstellung der Stiftung „Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum“

06.05.2004 - Zu der Ausstellung „Juden in Berlin von 1938 bis 1945“ ist im Philo-Verlag ein Begleitbuch erschienen. Ebenso wie die Ausstellung, die noch bis 29. Oktober im Centrum Judaicum gezeigt wird (vgl. BNR 11/00), ist auch das von Beate Meyer und Hermann Simon herausgegebene umfangreiche Begleitbuch in 15 Abschnitte gegliedert: sie zeichnen in zwanzig Aufsätzen die einzelnen Stationen der Judenverfolgung in Berlin nach, von der Juni-Aktion und der „forcierten Auswanderung“ bis zur planmäßigen Ermordung.

Der Weg zur "Endlösung". Entscheidungen und Täter

06.05.2004 - Welche Entscheidungen führten zum Holocaust? Und welche Motive leiteten die Männer, die sie trafen? Um diese beiden Kernfragen seiner Arbeit bewegen sich auch die acht Aufsätze des neuesten Buches von Christopher Browning. In ihnen formuliert er eine Mittelposition zwischen Intentionalismus und Funktionalismus: Die Schlüsselentscheidungen zum Mord an den Juden fielen 1941, also weder schon bei der Verfassung von "Mein Kampf" noch ad hoc im Kriegsverlauf. Diese differenzierte Mittelposition hebt die Aufsätze über das Niveau von Goldhagen, dessen selektive Quelleninterpretation und stereotypische Argumentationsweise einer der Aufsätze aufweist.