Initiativen gegen Rechts in Europa

"Witness to a Jewish Century"

Im Rahmen des Witness Project wurden Zeitzeugenbefragungen durchgeführt.Besonders wichtig in diesem Projekt sind Fotos, die gesammelt werden und jüdisches Leben vor, während und nach dem Holocaust abbilden sollen.

Getragen wird das Projekt von Centropa/ Central Europe Center for Research and Documentation.

Centropa/ Central Europe Center for Research and Documentation

Das Central European Center for Research and Documentation ist neben seinem Hauptsitz in Wien auch von Büros in Estland, Rußland, Lettland, Litauen, der Ukraine, Polen, Rumänien, Bulgarien, der Türkei, Serbien, Ungarn, Kroatien, der Tschechei und der Slowakei aus arbeitet.
Die Initiative setzt sich also aus einem internationalen Team von Schriftstellern, Historikern und mehreren Kreativen zusammen und möchte so einen möglichst breiten Einblick in jüdische Kultur und Geschichte vor allem in Zentral- und Osteuropa geben.

Free to choose - the boundaries of freedom

Das europäische Projekt „Free2choose“ wird in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, in den Niederlanden, in Österreich, Polen, Schweden und Tschechien realisiert. Den Kern des pädagogischen Programms rund um „Free2choose“ bildet eine DVD mit zehn Filmclips, die in die jeweiligen Sprachen synchronisiert wurden. Die Kosten des Projekts werden zu einem großen Teil von der Europäischen Union finanziert.Jugendliche diskutieren

Zur Ausstellung gibt es einen Leitfaden, der die örtlichen Organisatoren der Diskussionsveranstaltungen unterstützt. Das Diskussionsprogramm rund um „Free2choose“ wird oft an Orten stattfinden, wo auch die Anne-Frank-Wanderausstellung zu sehen ist. „Free2choose“ bietet in diesem Fall - wie im Anne Frank Haus in Amsterdam - die Möglichkeit, sich mit wichtigen Fragen auseinanderzusetzen, die sich aus Anne Franks Lebensgeschichte ergeben.

Weitere Informationen:

Anne Frank House
P.O. Box 730
1000 AS Amsterdam
Niederlande
Tel.: +31 (20) 556 7100
Fax: +31 (20) 638 9856

Living History Forum/ Levande Historia

Initiative, die über Schweden während des Nationalsozialismus, insbesondere den Holocaust, informiert.
Dazu werden wissenschaftliche Publikationen und allgemeine Informationsmaterialien erstellt sowie Seminare und Lehrerfortbildungen organisiert.

Kontakt:
Living History Forum
Box 2123
SE-103 13 Stockholm
Schweden
Tel.: +46(0)8-723 87 50
Fax: +46(0)8-723 87 59
E-mail: info@levandehistoria.se

Holocaust Memorial Day Trust

Das Gedenken an den Holocaust zu fördern ist das Hauptanliegen der in England ansäßigen Initiative.
Im Kern steht dabei der Holocaust-Gedenktag, der jedes Jahr am 27. Januar begangen wird. Die seit 2005 bestehende Initiative möchte vor allem Schulen und Kommunen in der Gedenkarbeit unterstützen und stellt daher umfangreiches Informationsmaterial bereit.

Kontakt:
Holocaust Memorial Day Trust
PO Box 49743
London WC1H 9WU
Tel.: 0845 838 1883
enquiries@hmd.org.uk

Simon-Wiesenthal-Center Paris

Das Simon Wiesenthal Center, gegründet 1977 hat neben dem Hauptsitz in Los Angeles auch einen Nebensitz in Paris und setzt sich hauptsächlich mit der Thematik des Holocaust auseinander. Es verfolgt das Ziel, Toleranz und Verständnis gegenüber Mitmenschen in der heutigen Zeit zu bewahren, was durch aktives Einbeziehen der Gesellschaft und deren Aufklärung und Bildung erreicht wird. Weiters beschäftigt sich das Simon Wiesenthal Center mit Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus und Völkermord.
Kontakt:
Dr. Shimon Samuels
Director for International Relations
64 Avenue Marceau
75008 Paris
FRANCE
Phone: 011-33-1-4723-7637
Fax: 011-33-1-4720-8401

Jüdisches Historisches Institut Warschau

Im Jüdischen Historischen Institut Warschau werden die bedeutendsten jüdischen Archivalien, Bücher, Zeitschriften und Museumssexponate in Polen verwahrt, die aus dem Holocaus gerettet werden konnten.
Die Hauptaufgaben des Instituts sind:

* diese Bestände als Zeugnisse für das Leben und Sterben der Juden zu bewahren;

* auf ihrer Grundlage die Geschichte der polnischen Juden von den frühesten Besiedlungen bis zum Holocaust mit seinen Spätfolgen zu erforschen und zu studieren;

* sie für eine Unterweisung über jüdisches religiöses, kulturelles und soziales Leben mit Hilfe von Ausstellungen und Veröffentlichungen zu verwenden;

* eine unverfälschte Sicht von Polens Vergangenheit zu verbreiten als einem Land, in dem Juden Jahrhunderte lang nicht hinweg zu denken waren und eine dementsprechend wichtige Rolle spielten;

* Wissen über die Geschichte und Kultur der polnischen Juden innerhalb und außerhalb Polens zu vermitteln;

* als Brücke zwischen der polnisch-jüdischen Diaspora und dem Land der Vorfahren zu dienen.

Kontakt:
Żydowski Instytut Historyczny
Tłomackie 3/5
00-090 Warszawa
Polska
tel: (22) 827 92 21
fax:(22) 827 83 72
email: secretary@jewishinstitute.org.pl

Verein "Niemals Vergessen"

Die Initiative bemüht sich um die Vermittlung österreichischer Zivildienstleistender in deutsche oder polnische Gedenkstätten. Eine Liste möglicher Arbeitsstellen sowie juristische Hinweise bieten dabei konkrete Hilfestellungen.
Kontakt:
Verein "Niemals Vergessen"
Rudolf Kaske
Hohenstaufengasse 10
A-1010 Wien
Tel: 01/53444/504
01/53444/505
info{at{niemalsvergessen.at

Dokumentationsarchiv für Islamophobie (DFI)

"Zielsetzungen:
Das Anliegen des Dokumentationsarchiv für Islamophobie (kurz DAI) ist es, das Phänomen Islamophobie wahrzunehmen. Dementsprechend geht es dem DAI in seiner Zielsetzung um:

» die Beobachtung von Islamophobie
» die Thematisierung von Islamophobie
» die Aufklärung über Islamophobie
» die Sensibilisierung von Islamophobie

Außenministerin Plassnik formulierte es einst so: „Der Islam ist kein ferner Kontinent. Wir leben mit dem Islam im Alltag aller europäischen Länder. Wir wollen ein vertrauensvolles kooperatives Verhältnis haben.“ (Interview mit dem Standard am 10.03.2006)

Die Tätigkeit des DAI hat zum Ziel, einen Beitrag zu diesem hier angesprochenen harmonischeren Miteinander zwischen allen Bürgerinnen und Bürgern in Österreich zu leisten.

In unserer Gesellschaft herrscht überwiegend ein allgemeiner Konsens darüber, dass Rassismus und Diskriminierung nicht akzeptabel sind und eine Verletzung der Menschenrechte darstellen. In unseren Tagen erhalten Formen der Diskriminierung oft einen „kulturellen“ und „religiösen“ Touch, wie etwa die jährlichen Berichte von ZARA zeigen. Die EUMC hat bereits mehrere Berichte über anti-islamische Reaktionen (v.a. nach Terroranschlägen, die von mutmaßlichen Islamisten durchgeführt wurden) herausgegeben.

Definition
Islamophobie kann als eine unbegründete Angst vor dem Islam oder den MuslimInnen definiert werden. Diese Angst fußt die auf einem vorurteilbehafteten Bild von „dem“ Islam und „den“ MuslimInnen. „Der“ Islam und „die“ MuslimInnen werden dabei als homogisierte Begriffe wahrgenommen, welchen ein Set von Merkmalen und Eigenschaften, auch kulturelle Aspekte, zugeschrieben wird. Dieses Set wird oft im Gegensatz "zum Eigenen" als "das Andere" positioniert und negativ konnotiert und als objektive, festgeschriebene Entität betrachtet. Dabei wird nicht darauf geachtet, dass Identität erst in einem Interaktionsprozess auf mehreren Ebenen (nicht nur auf der Ebene des religiösen Glaubens) entsteht und immer wieder neu ausgehandelt wird.

Islamophobie ist kein neues Phänomen, sondern lediglich eine Erscheinung, die in diesen Tagen eine bedeutendere Stellung in unserer Gesellschaft einnimmt. Nicht erst der Wiener Wahlkampf hat uns die Brisanz dieses Phänomens vor Augen gebracht. MuslimInnen werden hier bei uns nicht nur als Wahlkampfthema instrumentalisiert. Auch Diskriminierungen im Alltag von MuslimInnen sind eine Erfahrung, die oft kein Gehör findet. Islamophobie äußert sich demnach in Vorurteilen, sozialer Ausgrenzung und manchmal sogar in physischen und verbalen Attacken.

Islamophobie ist so gesprochen eine Gefahr für unsere Gesellschaft wie auch Antisemitismus und Homophobie. Da es bis dato noch keine Institution gegeben hat, die sich ausschließlich der spezifischen Problematik der Islamophobie gewidmet hat, haben wir uns entschlossen, uns dieses Projekt zu Herzen zu nehmen.
MuslimInnen/Islam in Österreich
Die Präsenz von MuslimInnen in Österreich reicht bis weit ins 11. Jahrhundert zurück. Dabei war in Österreich die Beziehung mit seinen MuslimInnen sehr unterschiedlich und reicht von kriegerischen Auseinandersetzungen (sog. Türkenkriege) bis hin zu loyaler Eingliederung wie etwa bei den bosniakischen MuslimInnen im K.u.K.-Reich. Heute machen die MuslimInnen mit einer Anzahl von ca. 400.000 Personen die zweitgrößte Religionsgruppe in Österreich aus und werden durch die anerkannte Religionsgemeinschaft "Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich" vertreten.

Islamophobie als neue Herausforderung
Heute machen MuslimInnen einen selbstverständlichen Teil der österreichischen Gesellschaft aus. Sie arbeiten und leben in, mit und für Österreich. Trotz des Beitrags, den muslimische ÖsterreicherInnen für das Leben in Österreich leisten, sind diese in der Öffentlichkeit kaum präsent. Darüber hinaus führt die oft oberflächliche Behandlung und einseitige Darstellung der Religion des Islams zu Vorbehalten und Misstrauen gegenüber den hier ansässigen MuslimInnen.

Diskriminierung am Arbeitsplatz, verbale und schriftliche Angriffe, psychischer Druck und auch Gewalt sind Früchte dieser misslichen Lage. Islamophobie ist der Begriff, der heute neben Begriffen wie Antisemitismus und Homophobie, für die Beschreibung dieser speziellen Ausformung der Xenophobie verwendet wird. Dem Phänomen Islamophobie wird heute v.a. auf EU-Ebene (jährliche Berichte über Islamophobie werden etwa vom EUMC (European Monitoring Center on Racism and Xenophobia) herausgegeben) Beachtung geschenkt.

Gründung
Auch wenn die Intensität von Islamophobie in Österreich weitaus geringer ist als in anderen Mitgliedsstaaten der EU, so ist sie nicht verschwindend klein. Aus diesem Grund war es uns ein Anliegen, eine Einrichtung zu schaffen, die sich genau diesem Phänomen widmet. Ursachen sollen erforscht werden, das Phänomen soll thematisiert werden, um Schritte zur Behandlung dieses destruktiven Phänomens auszuarbeiten.

Das DAI wurde deshalb im Frühjahr 2006 als unabhängige Einrichtung gegründet, um für ein sicheres und gerechtes Österreich zu arbeiten, indem keine Form von Islamophobie Platz hat."

Kontakt:
info(AT)dai.or.at

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands

Das DOEW möchte mit seiner Archiv- und Bibliotheksarbeit eine aktive Gesprächskultur fördern sowie Wissen über die Vergangenheit vermitteln.Dabei werden die Arbeitsbereiche Archiv/ Bibliothek/ Forschung vernetzt.
Das DOEW ist stolz darauf, dass Quellen für die österreichische Zeitgeschichtsforschung meist zügig und unbürokratisch bereitgestellt werden können.

2005 besuchten das DÖW rund 1.000 Interessierte, die pro Person im Schnitt viermal beraten und betreut wurden.

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DOEW)
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