Von Klaus-Henning Rosen
15.11.2001 - Als die 1843 in New York gegründete jüdische humanitäre Organisation B’nai B’rith – zu Deutsch: Söhne des Bundes – auf ein halbes Jahr in Deutschland zurückblickte, schrieb Leo Baeck: "Jede Umwälzung, zumal eine Umgestaltung von der Weite und Tiefe, wie wir sie durchleben und durchziehen müssen, lockert und löst ehemalige Sicherheit und Zuversicht ... Und wir Juden haben es mehr als andere erfahren. Jede Wandlung ... ergreift uns ... mehr als alle übrigen." Das war – Anfang 1933 – ein Wort von bedrückender Ahnung. Kurz danach endete, zwangsweise, die Arbeit des deutschen Distrikts des Bne Briss, wie er sich damals schrieb: die Logen wurden geschlossen, ihr Vermögen konfisziert. Wer nicht rechtzeitig fliehen konnte, kam in der Vernichtungsmaschinerie der Nazis zu Tode. Nach dem Krieg hat sich der Orden zunächst in Westdeutschland, nach der Wiedervereinigung behutsam auch im Osten wieder etabliert.
Kostenpflichtiger Artikel
Sie müssen angemeldet sein.
Hier gelangen Sie zur Abonnement-Bestellung.