Schlag gegen „Frontbann24“
Die Ende 2008 gegründete Berliner Kameradschaft „Frontbann24“ galt als die am „schnellsten wachsende Neonazi-Organisation“ (Körting) Berlins. Bekannt wurde die braune Truppe durch ihr martialisches Auftreten in der Öffentlichkeit. Zum Dresscode der rund 30 Mitglieder gehörte eine schwarze, an die SA angelehnte, Uniform. Diese bestand aus Hemden mit aufgesticktem Reichsadler, Lorbeerkranz und dem Schriftzug „Frontbann24“. Enge Verbindung zum „Frontbann24“ wird der ehemaligen NPD-Funktionärin Gesine Hennrich nachgesagt, deren Wohnung in Berlin-Lichtenberg an dem Donnerstag laut Meldung des „Tagesspiegels“ auch durchsucht worden sein soll. Das Verbot kam wenig überraschend, da bereits im August dieses Jahres elf Wohnungen mutmaßlicher „Frontbann24“-Aktivisten durchsucht und dabei diverse NS-Devotionalien, wie Hakenkreuzfahnen und Hitler-Bilder beschlagnahmt wurden. In einer, im Zuge des Verbots erschienenen, Pressemitteilung heißt es, dass die Kameradschaft in „aktiv-kämpferischer und aggressiver Weise“ agierte und eine „Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus“ aufwies. Nur wenige Stunden nach den zwei Hausdurchsuchungen meldete sich die Kameradschaft mit einer Stellungnahme im Internet zu Wort, in der sie mitteilte, vorläufig nicht näher auf die „Vorwürfe der Besatzergehilfen“ einzugehen und „rechtliche Schritte“ gegen die Verbotsverfügung prüfen zu lassen. (mb)
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