Prügel und Randale
Rechtsextreme Gewaltexzesse, Übergriffe auf Polizeibeamte, rassistische und antisemitische Beleidigungen sowie Beschimpfungen am Rande von Fußballspielen sind nahezu alltäglich. Nach den Worten des Vorsitzenden der Länder-Innenministerkonferenz, Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), gibt es beim Fußball „Situationen wie beim Bürgerkrieg“. Nachstehend dokumentiert bnr.de Vorfälle aus den vergangenen zehn Monaten:
Mit Eisenstangen, Holzlatten und Steinen bewaffnete Neonazis und Hooligans attackierten am 24. Oktober während des Kreisklassespiels FSV Brandis gegen Roter Stern Leipzig (RSL) in Brandis bei Grimma in Sachsen Spieler, Verantwortliche und Fans des RSL. Drei Personen aus den Reihen des als linksalternativ geltenden RSL wurden zum Teil schwer, weitere Personen leicht verletzt. Ein Opfer verlor durch den Angriff beinahe sein Augenlicht. Bei dem Übergriff brüllten die rund 50 Neonazis Rufe wie „Scheiß Zecken“ und „Scheiß Rote“. Kurz nach dem Neonaziüberfall wurde das Spiel abgebrochen. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch und schwerer Körperverletzung. (Presseerklärung Roter Stern Leipzig vom 24. Oktober 2009) Nach einem Kreisligaspiel zwischen dem SSV Kulkwitz und der BSG Chemie Leipzig am 4. Oktober in Leipzig wurde ein linker Fußballanhänger von Neonazis mit dem Auto angefahren und schwer verletzt. Dem Opfer wurden beide Kniescheiben zerborsten und die Schulter ausgekugelt. Dem versuchten Totschlag gingen heftige Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der BSG Chemie und Personen aus dem Umfeld der NPD und der „Freien Kräfte“ voraus. (www.spiegel.de vom 6. Oktober / taz vom 7. Oktober)
Nach dem Regionalligaspiel Halle gegen Magdeburg am 26. September in Halle lockten mehr als 50 Gewalttäter Polizeibeamte in einen Hinterhalt und griffen sie danach aus mehreren Richtungen an. 16 Polizisten wurden verletzt. („Mitteldeutsche Zeitung“ vom 29. September) In der Halbzeitpause des Regionalliga-Spiels zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserlautern am 2. September in Mannheim wurden Polizisten von 200 Mannheimer Anhängern angegriffen und mit Steinen beworfen. Die Schreckensbilanz: acht verletzte Polizisten und 50 000 Euro Sachschaden. (www.netzzeitung.de vom 3. September)
Feuerwerkskörper und Bierflaschen auf Polizisten
In der Halbzeitpause der Stadtligapartie Motor II gegen Roter Stern Halle am 15. August prügelte in Halle eine Gruppe von Schlägern auf Zuschauer ein. Bei dem Übergriff wurden Anhänger des linksalternativen Klubs Roter Stern von den Schlägern beschimpft. Dabei sollen Ausrufe wie „Ihr seid Zecken, ihr seid die neuen Juden, wir machen euch weg“, gefallen sein. Die Täter sollen Quarzhandschuhe getragen haben. („Mitteldeutsche Zeitung“ vom 18. August)
Rechtsextreme Fußballfans des Chemnitzer FC überfielen am 20. März in Hannover einen Passanten mit dunkler Hautfarbe. Die Mannschaft von Hannover 96 II hatte an dem Abend den Chemnitzer FC erwartet. („Hannoversche Allgemeine“ vom 21. März). Am 28. Februar gab es zwischen Hooligans vor und nach dem Bundesligaspiel zwischen dem Karlsruher KSC und dem VfB Stuttgart rund um den Wildpark heftige Randale. Es flogen immer wieder Flaschen und Feuerwerkskörper. Berittene Polizeibeamte und Hundestaffeln kamen zum Einsatz. Mehr als 1000 Sicherheitskräfte mussten eingesetzt werden. (BNN vom 2. März) Vor dem Lokalderby zwischen Schalke und Dortmund am 21. Februar attackierten Dortmunder Desperados (BVB-Fans) die Einsatzkräfte der Polizei mit Feuerwerkskörpern und Bierflaschen. Allein 122 Fans der Gruppierung Desperados wurden festgenommen. („Ruhr Nachrichten“ vom 23. Februar)
Der Senegalese Babacar N`Diaya, Fußballer des SV Babelsberg, wurde am 27. Januar bei einem Testspiel in Berlin gegen Hertha BSC von einem Berliner Fan rassistisch beschimpft. („Tagesspiegel“ vom 30. Januar) Am 31. Januar berichteten die Medien, dass Schalkes Ex-Nationalstürmer Gerald Asamoah im Pokal-Achtelfinale bei Carl Zeiss Jena rassistisch beleidigt worden sei. (www.welt.de vom 31. Januar 2009)
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- Anton Maegerle
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