Nun sind sie also wieder zu Hause, die 67 so genannten „Wissenschaftler“ aus 30 Ländern. Sie waren in die iranische Hauptstadt Teheran gekommen, um darüber zu diskutieren, ob es den Holocaust tatsächlich gegeben habe. Man wolle die „Grenzen westlicher Meinungsfreiheit“ testen, hieß es vor der Eröffnung der Konferenz. Am Anfang stand freilich die Behauptung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der Holocaust sei eine Erfindung Israels, um die westliche Welt zu erpressen. Der Präsident ist dann im Laufe der Vorbereitung, die immerhin fast ein Jahr in Anspruch genommen hat, immer weiter zurückgewichen und schickte schließlich seinen Außenminister zu der Tagung, der verkündete, es gehe gar nicht um die Leugnung des Massenmordes. Sollte sich ergeben, dass es den Völkermord an den Juden tatsächlich gegeben habe, müsse die Frage erlaubt sein, warum ausgerechnet die Palästinenser für die Naziverbrechen büßen müssten. Damit war endlich die Katze aus dem Sack: Israel müsse von der Landkarte verschwinden, die Juden in die Länder zurückkehren, aus denen sie gekommen seien! Im Klartext: Weg mit Israel!
Doch am Ende des zweitägigen Palavers stehen die „Wissenschaftler“ ziemlich blamiert da. Eine wirkliche Diskussion über das Kernthema hat es gar nicht gegeben. Uralte unhaltbare Thesen sind zum x-ten Mal heruntergeleiert worden. Da keine seriösen Fachleute nach Teheran gekommen waren, vermutlich gar nicht kommen durften, war man unter sich. Eine Farce ohne jede Bedeutung. Dabei ging es um eine Art von Hornberger Schießen. Was in ungezählten Erinnerungen und wissenschaftlichen Diskussionen, in Strafverfahren und Gerichtsurteilen bestätigt worden ist, lässt sich seriös überhaupt nicht nicht ernsthaft beweifeln. Veranstaltungen wie die in Teheran erinnern eher an den Streit darüber, ob die Welt eine Scheibe oder eine Kugel ist. Sollte der iranische Präsident sich neben der außen- auch eine innenpolitische Wirkung erhofft haben, so ist er auch in dieser Hinsicht ins Leere gelaufen.
Im Iran hat die „Konferenz“ nicht einmal für eine einzige Schlagzeile gereicht. Dennoch oder gerade deshalb war es perfide, ausgerechnet am internationalen Tag der Menschenrechte eine derart menschenfeindliche Veranstaltung zu eröffnen. Auch diese Terminierung wirft ein bezeichnendes Licht auf die Herrscher im Zweistromland. Ob es angemessen ist, in Deutschland die Tagung überhaupt zu kommentieren, darüber kann man durchaus streiten. Wäre es besser, sie einfach zu übergehen? Wohl nein eben wegen unserer Geschichte.
