NPD-Bürgerbüro im „Heimat-Stübchen“
Geladen hatte der NPD-Landtagsabgeordnete Raimund Frank Borrmann. Der NPDler, seit der letzten Kommunalwahl für die rechtsextreme Partei auch Mandatsträger im Kreistag Nordvorpommern und der Stadtvertretung von Grimmen, eröffnete, knapp ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl, das landesweit sechste NPD-Bürgerbüro in der Stadt am Sund.
Bereits im Juni 2008 hatte Borrmann für ein knappes halbes Jahr im mecklenburgischen Kröpelin ein Bürgerbüro eröffnet und selten betrieben. Die wohl kürzeste Anfahrt zum Bürgerbüro im Bahnhofsviertel hatte Dirk Arendt. Der ehemalige Schiffbauer, der einst dem NPD-Landesvorstand angehörte, ist seit Jahren Vorsitzender des Kreisverbandes Nordvorpommern und in der zweiten Legislaturperiode Mitglied im Stralsunder Stadtparlament. Im Tribseer Damm 9, einem durch seine rosafarbene Fassadengestaltung besonders auffälligen Gebäude, dient Arendt Borrmann künftig als Büroleiter.
Über dem Eingang des neuen Bürgerbüros erinnert noch ein Werbeschild mit dem Schriftzug „Zum Heimat-Stübchen“ an die vorhergehende Nutzung der Räumlichkeiten. Mit auf Hochglanz polierten DDR-Anbauwandsegmenten, Porzellanfiguren, handgeknüpftem Wandteppich und einer Party-Südfrüchte-Lichterkette ist das Interieur eine Melange aus kleinbürgerlichen Wohnträumen und Gartenkneipen-Idylle. In diesem Ambiente wollen der 50-jährige Borrmann und Parteigenossen künftig auch als Koordinierungsstelle für Parteiaktivitäten in Nordvorpommern, Rügen und Stralsund wirken. Zudem bietet, wie Borrmann auf seiner Homepage schreibt, „auch eine Gastronomie die Möglichkeit, Veranstaltungen abzuhalten, Imbiss und Getränkeservice eingeschlossen“. (tn)
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