Von Ralf Bachmann
13.12.2001 - Einen Nutzen hatte der Aufmarsch der kahlgeschorenen Rechten gegen die Wehrmachtsausstellung am 1. Dezember. Wer nicht wusste, dass die Zeit der Gleichgültigkeit gegenüber NPD-Provokationen an symbolträchtigen Plätzen Berlins vorüber ist, dass der Aufstand der Anständigen Früchte trägt – an diesem Tage konnte es jeder sehen. Mehr oder weniger spontan, unorganisiert begaben sich Tausende an Stätten, die sie als bedroht ansahen, in die Oranienburger Straße mit der Neuen Synagoge und anderen jüdischen Einrichtungen, an die Ausstellungsräume in der Auguststraße. Was sie dort, zur Enttäuschung mancher, nicht sahen, waren die Neonazis. Die waren umgeleitet worden zum Nordbahnhof, wo sie in S-Bahnen verfrachtet und nach Hause geschickt wurden.
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