Gerichtsbekannter Verleger

Tübingen − Vor dem Tübinger Landgericht findet derzeit die Berufungsverhandlung gegen den einschlägig vorbestraften Verleger Wigbert Grabert (Jg. 1941) statt.

Grabert, seit 1978 alleiniger Geschäftsführer des Tübinger Grabert-Verlags, war am 6. Februar 2007 vom Amtsgericht Tübingen wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, zu 3000,-- Euro Geldstrafe und zur Übernahme der Gerichtskosten verurteilt worden. Das Gericht war der Ansicht, dass in der März-Ausgabe 2006 der vierteljährlich erscheinenden rechtsextremen Zeitschrift „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ (DGG; Auflage: 2000 Exemplare) ein volksverhetzender Artikel unter dem Titel „Bericht aus Finnland. Multikultur − eine unmögliche Vision“ erschienen war. Grabert war damals Herausgeber der Zeitschrift. Gegen das Urteil gingen sowohl Grabert als auch die Staatsanwaltschaft in Berufung. In der Berufungsverhandlung geht es nun auch um eine Rede, die der österreichische Holocaust-Leugner Herbert Schaller bei der so genannten Holocaust-Konferenz im Dezember 2006 in Teheran gehalten hatte und die in der März-Ausgabe 2007 von DGG abgedruckt war. Unter anderem hieß es in dem Text: „Tatsache ist aber auch, dass von einem rechtsstaatlich einwandfrei durch Sachbeweise erbrachten Nachweis der NS-Gaskammern nach wie vor keine Rede sein kann.“ Nach der Veröffentlichung dieses Textes musste sich Grabert am 12. November 2007 abermals wegen Volksverhetzung vor dem Amtsgericht Tübingen verantworten. Da es der Richter als nicht nachweisbar erachtete, ob der DGG-Herausgeber die Zeilen vor der Veröffentlichung gelesen hatte, wurde Grabert zu 500 Euro Geldstrafe verurteilt wegen mangelhafter Angaben im Impressum. Gegen diese Entscheidung legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Der Prozess vor dem Landgericht Tübingen wird am Montag fortgesetzt. Verteidigt wird Grabert von dem Mannheimer Rechtsanwalt Thor von Waldstein, ehemals Bundesvorsitzender des Nationaldemokratischen Hochschulbunds (NHB). (am)

04. 12. 2009 -

Hintergrund

Hitler-Bilder im Clublokal

15.03.2010 - Das Fürstentum Liechtenstein muss sich mit einer militanten rechtsextremen Szene auseinandersetzen – besonders türkischstämmige Menschen sind häufiger Opfer teilweise brutaler Übergriffe. »

Die „nationale Revolution“

12.03.2010 - Mit seinem rassistischen Plakat bedient der rechtsextreme französische Front National im Wahlkampf Ressentiments gegen Migranten − die algerische Regierung hat bereits offiziell gegen den Missbrauch ihrer Nationalsymbole protestiert. »

Hass und Menschenhatz

11.03.2010 - Neonazis „outen“ im Netz nicht nur ihre politischen Gegner − in mehreren Fällen sollen die Betroffenen offenbar auch mit Gewalt zum Schweigen gebracht werden. »

Einschlägige Referenzen

09.03.2010 - Die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz ist gern gesehene Referentin in rechtsextremen Kreisen − sie muss sich auch die Bezeichnung „Kellernazi“ gefallen lassen. »

Grenzübergreifende Ideologie

04.03.2010 - Die extreme Rechte in Europa sucht Wege einer verstärkten Zusammenarbeit. Parteien aus verschiedenen Ländern wie der französische Front National, die British National Party sowie die ungarische „Jobbik“ und mehrere Splitterparteien haben sich zu einem „Europäischen Bündnis der nationalen Bewegungen“ zusammengeschlossen. »

Schatten im Kleinstadtidyll

03.03.2010 - Neonazis begleiten Stadtratssitzung in Pirna in der Sächsischen Schweiz − in der Stadt hat es nach dem 13. Februar mehrere zum Teil brutale rechtsextreme Gewalttätigkeiten gegen politische Gegner gegeben. »

Absage an den NS-Hollywood-Clown

02.03.2010 - Die NPD will durch ein gemäßigtes Erscheinungsbild mehr Bürgernähe erreichen, Parteimitglieder sollen einen auf nett machen, sich als „sympathische“ Menschen mit Beruf und Hobbys darstellen. »

Braune Umtriebe

02.03.2010 - Neonazis haben am letzten Februarwochenende bei Neubrandenburg den so genannten Tollensemarsch sowie in Rostock einen Fackelmarsch durchgeführt − für den 6. März ist ein „Trauer- und Gedenkmarsch“ auf Rügen geplant. »

149 Tote durch rechte Gewalt in Deutschland von Oktober 1990 bis Ende 2009.

04.03.2010 - Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat eine neue Zählung von Opfern rechtsextremer und rassistischer Gewalt veröffentlicht. »

„Bart Gläubig Anschlag“ - Interkulturelle Wochen gegen Rassismus

01.03.2010 - Die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden in diesem Jahr vom 15. bis zum 28. März in ganz Deutschland statt. Zahlreiche Organisationen und Einrichtungen engagieren sich in dieser Zeit für Verständnis und Toleranz unter den Menschen, ganz gleich welcher Herkunft. »

In eigener Sache: bnr.de jetzt kostenlos

15.02.2010 - In der Erscheinungsweise des „blick nach rechts“ bnr.de gibt es von März 2010 an einige Veränderungen. »

Gesicht zeigen gegen Neonazis

09.02.2010 - Online gegen den braunen Aufmarsch demonstrieren. »

Konsequente Weiterführung der Programme gegen Rechts gefordert

26.10.2009 - Initiativen und Organisationen erwarten von der neuen Bundesregierung, dass sie das Problem Rechtsextremismus ernst nimmt. Der Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bedürfe eines langen Atems. Nötig sei die Förderung und Verstetigung der Arbeit der zivilgesellschaftlichen Akteure. »

Foto: Lorenz Richter Nazis aus dem Takt gebracht - Video vom Abschlusskonzert

15.09.2009 - Am 6. September 2009 fand in der "Alten Försterei" das Abschlusskonzert des Bandwettbewerbs "Nazis aus dem Takt bringen" statt. 5000 Menschen kamen ins Köpenicker Stadion und machten deutlich, dass Nazis in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. vorwärts.de war live dabei und zeigt in diesem Video Impressionen und Statements vom Konzert. »

Dreck weg!