Der Tag hätte kaum besser gewählt werden können. Während in vielen Städten der Welt an den Beginn des Zweiten Weltkrieges in feierlichen Proklamationen erinnert wurde, trafen sich mitten in Köln bei strömendem Regen einige hundert engagierte Männer und Frauen, um dabei zu sein, als ein Mahnmal für die Opfer des Militärjustiz der Nazis der Öffentlichkeit übergeben wurde. Sie hat wohl in der Bundesrepublik nicht ihresgleichen – die etwa drei Meter hohe Pergola mit bunten Aluminiumbuchstaben. „Hommage den Soldaten, die sich weigerten zu schießen auf die Soldaten, die sich weigerten zu schießen…“ liest man, wenn man den Kopf in den Nacken legt.
Ein Denkmal „von nationalem Rang“ nannte Werner Jung, der Leiter der Kölner Gedenkstätte für NS-Opfer, das Mahnmal. Er hat damit wohl nicht übertrieben. Während anderswo Mahnmale dieser Art eher versteckt in irgendwelchen Nischen vergammeln − wie in Köln zum Beispiel das Mahnmal zur Erinnerung an die Reichsbahn als Spediteur in die Vernichtungslager in einer Ecke des Kölner Hauptbahnhofs – kann das neue Zeichen der Erinnerung gar nicht übersehen werden. Es beherrscht den Blick auf den ehemaligen Sitz der Kölner Gestapo. Etwas anderes kommt hinzu. Die Finanzierung aus mehreren Töpfen. Die Stadt ist beteiligt, ebenso die Justiz, die Politik und nicht zuletzt eine Bürgerinitiative. Das gibt es gerade in Zeiten klammer Kassen nur noch ziemlich selten. Ein Kunstwerk als Anstoß, sich zu erinnern und künftiges Unrecht zu verhindern. Eine geplante Gegendemonstration von Rechtsextremisten und Ewiggestrigen hat das Kölner Oberlandesgericht rechtzeitig verboten.
Die SPD ruft zur Beteiligung an den Protesten gegen den Nazi-Aufmarsch auf!
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