Der 8. Regine-Hildebrandt-Preis wurde vergeben.

Von Gero Fischer
30.11.2009 - Regine Hildebrandt hätte es bestimmt gefallen. Am 26. November ist zum achten Mal der nach ihr benannte Preis verliehen worden. Ausgezeichnet wurden zwei Bürgerinitiativen, die sich auf ihre Weise für Toleranz und eine offene Gesellschaft engagieren.
Foto: Gero Fischer

„Erzähl mit doch nicht, dass es nicht geht“, dies war das Motto der ehemaligen brandenburgischen Sozialministerin Regine Hildebrandt. Den nach ihr benannten Preis verleiht der SPD-Parteivorstand jedes Jahr an ihrem Todestag. Er geht an Initiativen und Gruppen in Ostdeutschland, die sich wie Regine Hildebrandt nicht mit den Zuständen abfinden wollen und für Veränderung eintreten.

Toleranz statt Antisemitismus

Es gibt in Ostdeutschland eine Vielzahl an gesellschaftlichen Initiativen. Daher wurden in diesem Jahr gleich zwei von ihnen ausgezeichnet. Der Verein Rocktheater Dresden e.V. ist eine freie Theatergruppe, die seit 1996 zusammen mit der Jüdischen Gemeinde Dresden und Hatikva e.V. die „Jiddische Musik- und Theaterwoche veranstaltet. Das Projekt steht für das Zusammenleben mit einer wiedererstandenen jüdischen Gemeinde und für die Stärkung von Toleranz und demokratischer Kultur. „Das Rocktheater zeigt die Vielfalt als Normalität“, sagte der sächsische SPD-Vorsitzende Martin Dulig. Daneben sei es ein weiterer Ausdruck davon, dass die „Stadt Dresden Nazis satt habe“.

Markenzeichen gegen Rechts

Schon seit 1993 veranstaltet die „Initiativgruppe gegen Gewalt und Rassismus – Mixed Pickels“ in Velten, Brandenburg, ihre Aktionswoche gegen Gewalt und Intoleranz. Mit ihren vielfältigen Angeboten – Ausflüge, Sport, Theater oder Kino – richtet sich die Initiative vor allem an Jugendliche und Kinder. Als „Markenzeichen, wie es im Kampf gegen Rechts seines Gleichen sucht“ würdigte Brandenburgs Sozialminister die „Mixed Pickels“. „Die Gruppe bringt alle Kinder, die in Velten große werden, zusammen und macht Toleranz erfahrbar ohne zu belehren.“

Vorbilder in den Mittelpunkt stellen

Überreicht wurde der Preis vom SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel. Er lobte die Preisträger dafür, dass sie sich im Sinne Regine Hildebrandts für eine Veränderung der Gesellschaft einsetzen. In einer Zeit, in der viele Menschen von der Politik nichts mehr erwarten, seien solche positiven Beispiele umso wichtiger. „Der Preis dient auch dazu, diejenigen auszuzeichnen, die etwas verändern wollen und die Menschen zurückholen in die Gesellschaft.“ Gerade in einer Kultur, in der der dickste Ganove die größte Schlagzeile erhalte, müssten die wirklichen Vorbilder in den Mittelpunkt gestellt werden.

Hier sehen Sie Fotos von der Preisverleihung im Willy-Brandt-Haus.

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