„Tabugrenze verschoben“
Der Preis wird von der rechtslastigen Wochenzeitung „Junge Freiheit“(JF) und der gemeinnützigen Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (Vorsitzender des Stiftungsrates: JF-Chefredakteur Dieter Stein) vergeben. Matthies, (Jg. 1950), Leiter der rechtsklerikalen Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ (Wetzlar), wurde am 5. Dezember in Berlin von der JF für seine Rolle als „Pionier des christlich-konservativen Journalismus in Deutschland“ geehrt. Der Bildungsdezernent der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Oberkirchenrat Christhard Wagner, forderte am Montag in Magdeburg Matthies und den Vorsitzenden des idea-Trägervereins Horst Marquardt auf, den Preis zurückzugeben. Mit der Annahme des Preises, so Wagner, werde die „Tabugrenze im Graubereich zum Rechtsextremismus (…) verschoben“. In Briefen an Matthies und Marquardt verwies Wagner auf das „Wort an die Gemeinden“. In dem von der EKM-Kirchenleitung im April 2008 zum Thema Rechtextremismus veröffentlichten Papier heißt es: „Auf der Grundlage des biblischen Zeugnisses stellt die Kirchenleitung fest, dass Rechtsextremismus und christlicher Glaube unvereinbar sind. Die Kirchenleitung fordert deshalb die Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen auf, rechtsextremes und fremdenfeindliches Gedankengut auch in ihren eigenen Reihen wahrzunehmen und dagegen anzugehen.“ (am)
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