„Rache“ für Bombardierung
Mit Fackeln, schwarz-weiß-roten Fahnen und Trageschildern zogen sie durch zwei weitgehend menschenleere Straßen am Rande der Innenstadt. Neben den Neonazis aus der Region nahmen „Kameraden“ aus den benachbarten Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz, aus dem Ruhrgebiet, dem Aachen-Dürener und dem Kölner Raum teil. Sascha Maurer, „Kopf“ der „Freien Nationalisten Siegerland“ (FNSI) und für die NPD Stadtratsmitglied in Siegen, hatte den Aufmarsch unter dem Motto „Freiheit und Demokratie in jedem Staat durch alliierte Bombensaat“ am 65. Jahrestag der Bombardierung Siegens angemeldet. Sein Wunsch, auf einer drei Kilometer langen Strecke mitten durch die City ziehen zu dürfen, ging nicht auf. Dort fanden Aktionen der demokratischen Parteien, von Gewerkschaften und Kirchen statt. Unzufrieden mit der kurzen Aufmarschroute zeigten sich von auswärts angereiste Neonazis. „Laut internen Aussagen hätte die Stadt eine Vergrößerung der Route nicht zugelassen, wogegen auch gerichtlich vorgegangen sei. Zu diesem Ablauf wird allerdings der Veranstalter hoffentlich einige klärende Worte verlieren“, heißt es in einem Bericht der Aktionsgruppe Ruhr-Mitte. Neben Maurer traten als Redner der NPD-Kreisvorsitzende Stephan Flug, zwei jüngere Neonazis aus dem Kreis Recklinghausen und aus Attendorn (Kreis Olpe) sowie zum Abschluss Axel Reitz aus Pulheim auf, der „Rache“ für das Bombardement Siegens forderte. (ts)
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