Aderlass bei „pro“
Laut der in Neonazi-Kreisen verbreiteten Austrittserklärung hat René Emmerich, im November 2008 erst von „pro NRW“ zum „Bezirksjugendbeauftragten Rheinland“ ernannt, seine Partei verlassen. In seiner auf den 26. Mai datierten Austrittserklärung wirft er „pro NRW“ eine CDU-Isierung, maßlosen Populismus und Lügen zu Propagandazwecken vor. Teilnehmerzahlen bei Kundgebungen sowie dem „Antiislamisierungs-Kongress“ Anfang Mai würden maßlos übertrieben. Statt der von „pro NRW“ verbreiteten 1000 Personen und „Bürger“ hätten „nicht einmal 300 Teilnehmer, von denen der Großteil aus dem Ausland angereist war“, teilgenommen. Emmerich kritisiert ebenso die Zusammenarbeit von „pro NRW“ mit Israel-Freunden und dem Pius-Bruder Joseph Intsiful, „Schwarzafrikaner im Vorstand“. Emmerich war zeitweise auch „Jugendbeauftragter“ von „pro Köln“ und will sich nun den neonazistischen „Freien Kräften Köln“ um Axel Reitz und Paul Breuer angeschlossen haben. Laut Bericht in der „Rheinischen Post“ haben sich ebenso Vorstandsmitglieder des nach einjähriger Verzögerung erst Ende April gegründeten Kreisvorstandes Mönchengladbach/Viersen von „pro NRW“ getrennt. Demnach hätten die stellvertretende Kreisvorsitzende Renate Willms, der Kreisvorsitzende Hubert Döring sowie die Kreisschatzmeisterin Elisabeth Emschermann ihre Ämter niedergelegt und ihre „pro NRW“-Mitgliedschaft beendet. Willms soll örtlichen Antifa- und NPD-Kreisen zufolge bis vor rund zwei Jahren auch Kontakte zur NPD gehalten haben. Bis zu ihrem Austritt bei „pro NRW“ war Willms ebenso Mitglied im Bezirksvorstand Rheinland und im Landesvorstand. Als Grund für den Austritt werden unterschiedliche Ansichten zum Antritt von „pro NRW“ bei den Kommunalwahlen in Mönchengladbach und das Fehlen einer sachkundigen, professionellen „Kernmannschaft“ angegeben. (mik)
Hintergrund
