Rechtspopulistische Parteien in westeuropäischen Ländern unterscheiden sich in historischer Entwicklung und wirtschaftspolitischer Orientierung beträchtlich. Gemeinsames Merkmal ist jedoch eine basisdemokratische Haltung gegen das Establishment und die Entwicklung des Angstthemas „Islam“.
Die Rechtspopulisten von „pro Deutschland“ und „Die Freiheit“ könnten bei der Berliner Wahl am Sonntag ein Debakel erleben, etwas günstiger sehen die Prognosen für die rechtsextreme NPD aus –im Hintergrund werden bereits die Messer gewetzt.
Die rechtsextreme British National Party und die fremdenfeindliche English Defence League instrumentalisieren die Krawalle in zahlreichen britischen Städten und wollen aus der Randale politisch Profit schlagen.
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus konkurrieren die Rechtspopulisten von „pro Deutschland“ und der „Freiheit“ miteinander und mit der rechtsextremen NPD – keine der drei Parteien dürfte auch nur annähernd in die Nähe der Fünf-Prozent-Hürde gelangen.
Die extreme Rechte hat in zahlreichen Ländern der Europäischen Union nennenswerten Zulauf – die gewaltbereite Neonazi-Szene ist gut vernetzt, man kennt sich untereinander.
Zwei internationale Konferenzen der Friedrich-Ebert-Stiftung beschäftigten sich 2009 und 2010 mit europäischen Dimensionen des Rechtsextremismus. Entstanden ist daraus ein in diesem Jahr veröffentlichter Sammelband „Ist Europa auf dem ,rechten’ Weg? Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Europa“.
München – Der Landesvorstand Bayern der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheit“ hat Michael Stürzenberger (Jg. 1964) mit Datum vom 19. Oktober von seinem Amt als Vorstandsmitglied und Pressesprecher enthoben. Zugleich hat die Landesspitze beim Bundesvorstand die Verhängung einer Ordnungsmaßnahme gegen Stürzenberger gefordert.
Die „Freiheit“ hat für die Eintrittspreise für die Veranstaltung mit dem niederländischen Rechtspopulisten am Samstag in Berlin jetzt drastisch gesenkt – auf „Politically Incorrect“, dem Zentralorgan bundesdeutscher Islamhasser, wird die Stadtkewitz-Partei inzwischen heftig kritisiert.
Berlin – Zu einer Veranstaltung mit dem niederländischen Islamfeind Geert Wilders lädt die rechtspopulistische „Bürgerrechtspartei“ Die Freiheit für den 3. September nach Berlin ein.