08.02.2001 - Die Kerzendemonstration am verregneten Abend des Holocaust-Gedenktages dürfte die letzte auf dem Bauplatz des Mahnmals am Brandenburger Tor gewesen sein. Bald werden Bagger und Kräne die Szene beherrschen. Für Herbst ist Grundsteinlegung angesagt. Die Reden Lea Roshs und Wolfgang Thierses alarmierten: Gebt den Unbelehrbaren keine Chance, wehret den Zuständen, denn über die Anfänge sind wir längst hinaus. Bei den 3 000 Teilnehmern spürte man Nachdenklichkeit. Was ist jetzt zu tun? Was heißt "Null Toleranz gegenüber Intoleranz"? Ist die Antwort nicht auch: Keine Freiheit für die Zerstörer der Freiheit? Und da wendet sich Architekt Peter Eisenman ausgerechnet gegen ein Verbot von Nazi-Aufmärschen am künftigen Mahnmal für die ermordeten Juden! Sollen die Fanatiker mit den Bomberstiefeln zwischen den Stelen - Symbolen der Erinnerung an die Millionen grabsteinlos Gebliebenen - umhertrampeln und den Opfern zum Hohn "Sieg Heil" brüllen? Lieber kein Mahnmal als das, meinten viele.