19.05.1999 - Am 9. September 1994 trat die Stiftung „Ver-brannte und verbannte Dichter und Künstler“ zum ersten Mal an die Öffentlichkeit: Initiatoren waren die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft e.V., Wuppertal und das P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland, London. Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs zählten auch der Verband deutschsprachiger Autoren in Israel sowie der P.E.N. Club Bundesrepublik Deutschland, dazu, von Jeremy Adler bis Georg Stefan Troller, zahl-reiche Autoren.Ziel der Stiftung - zu deren Kuratorium neben an-deren Annemarie Renger, Hans-Dietrich Genscher, Jürgen Serke und Ingrid Bachér gehören und die inzwischen 1500 Mitglieder in aller Welt hat - ist der Aufbau eines „Else-Lasker-Schüler-Zentrums der verfolgten Künste“ - kein Museum, sondern ein lebendiges Ausstellungs- und Dokumentationszentrum, das mit zahlreichen Vorhaben Anregungen zur Beschäftigung mit den Themen Zensur, Bücherverbrennung, Verfolgung, Emigration und Widerstand von Schriftstellern und Künstlern geben und, interdisziplinär arbeitend, ein breites Publikum gewinnen will; das geplante Zentrum ver-steht sich dabei als Ergänzung bereits bestehender Einrichtungen und nicht als Konkurrenz.Zu den Aktivitäten der Stiftung gehörte auch die Benefiz-CD „Verbrannte und verbannte Dichter“, an der prominente deutsche Liedermacher mit-wirkten . Sie wurde Bundespräsident Roman Her-zog am 15. März 1996 überreicht (vgl.BNR Nr. 7/1996, S. 13) und erbrachte, wie Hajo Jahn vom Vorstand der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft jetzt auf einer Pressekonferenz in Bonn bekannt gab, immerhin einen Erlös von 23.000 DM für die Stiftung.Aus den Zinsen des Kapitals der nunmehr selbständigen Stiftung, das im wesentlichen aus dem Verkauf eines Hauses stammt, das von einer Mäzenatin zur Verfügung gestellt wurde, kann jetzt, so Jahn, der mit anderen Vorstandsmitgliedern die Gelegenheit zu einer Zwischenbilanz nutzte, ein weiteres Projekt verwirklicht werden: ein virtuel-les Archiv im Internet, das Biographien Exilierter enthält und z.B. Schüler zu weiteren Forschungen anregen soll (www.exil-archiv.de). Kooperationspartner dabei ist unter anderem die Redaktion Lehrer-Online, Oberkasseler Straße 2, 53227 Bonn (www.lehrer-online.de).Vorgestellt wurde darüber hinaus die erste Buchveröffentlichung der Stiftung. Sie macht in einer Reihe von Beiträgen - unter anderem von Günter Kunert, Jürgen Serke, Hans Dieter Zimmermann, Jakob Hessing und Peter Finkelgruen - Ziele und Konzept des künftigen Zentrums anschaulich und gibt einen vertieften Einblick in die Vorstellungen und Pläne der Initiatoren.Hajo Jahn (Hrsg.): Gewissen gegen Gewalt, Für ein Else-Lasker-Schüler-Zentrum der verfolgten Künste, 134 Seiten, 19.80 Mark , (für Mitglieder 9.80 Mark ), Edition Künstlertreff, Futterstraße 20, 42287 Wuppertal, Tel. 0202 55 94 87, Fax 59 01 97.