22.02.2001 - Etwa 110 Milliarden Mark wird die Bundesrepublik an "Entschädigungen" (ein zynisches, aber schwer ersetzbares Wort) bezahlt haben, wenn die deutsche Wirtschaft endlich ihren Fünf-Milliarden-DM-Anteil an den Fonds für ehemalige Zwangsarbeiter überwiesen haben wird. Wenn so gewaltige Summen rund um den Globus gehen, kann nicht ausbleiben, dass Schieber, Betrüger und Profiteure sich zu Lasten der Opfer bereichern. Eine Untersuchung dieses Kapitels jüngster Geschichte steht aus. Auch das Buch "Holocaust-Industrie" des amerikanischen Autors Norman Finkelstein führt nicht weiter. Er behauptet, "Entschädigungs"-Leistungen seien missbraucht worden, in falsche Hände geraten, den Berechtigten gestohlen worden - und zwar vorwiegend von jüdischen Organisationen. Beweise liefert er nicht. Statt dessen legt er einen trivialen, enttäuschenden Essay vor, der kaum etwas zur Aufklärung beiträgt.