Unruhe im Bismarck-Bund

Von Horst Freires
29.12.2011 -

Beim dem im schleswig-holsteinischen Aumühle (Sachsenwald) residierenden Verein hängt der Haussegen schief.

Der rechtslastige Bismarckbund zählt bundesweit rund 400 Mitglieder und soll sich dem Vernehmen nach in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Nach dem Tod eines Hauptgönners ist das Geld knapp geworden. Offenbar ist nun Ärger darüber ausgebrochen, ob man sich noch einen hauptamtlichen Geschäftsführer leisten kann. Dazu soll es Ende März  2012 eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben.

Auf der jetzigen Jahreszusammenkunft gingen die Wogen hoch, es wurde lautstark gestritten. Beobachter sprechen sogar von tumultartigen Szenen. Hausverbote sollen verhängt worden sein, und sogar die Polizei musste anrücken.

Autor im rechtsextremen Arndt-Verlag

Trotzdem wickelte der im schleswig-holsteinischen Aumühle residierende Verein die anstehenden Regularien ab. Dabei wurde Andreas Graudin aus Berlin zum Stellvertreter des Vorsitzenden Stefan Winckler gewählt. Graudin gehört zum Landesvorstand der Bürgerbewegung „pro Berlin“ und steht dem Kreisverband Steglitz-Zehlendorf vor. Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus bekleidete er den „pro“-Listenplatz 2 hinter dem Spitzenkandidaten Manfred Rouhs. Graudin gehört zudem zu den Führungskräften im unionsnahen Studienzentrum Weikersheim und greift für die rechtslastige  Wochenzeitung „Junge Freiheit“ zur Feder.

Mitbegründer des Bismarckbundes war Hugo Wellems, im Dritten Reich noch Propagandareferent und später Initiator der rechtslastigen Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (SWG) sowie von 1967 bis 1995 Chefredakteur des häufig sich rechtsaußen positionierenden „Ostpreußenblattes“ sowie Autor im rechtsextremen schleswig-holsteinischen Arndt-Verlag. Zeitweise umgab der Verein sich sogar mit Neonazis wie Axel Zehnsdorf, Funktionär der 1995 nach dem Vereinsrecht verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiter-Partei (FAP).

 

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