Im Rahmen eines „Modellprojekts“ des NPD-Landesverbands Brandenburg, das sich aktiv gegen angebliche „Einbruchs- und Diebstahlserien im Zuge der Grenzöffnung zu Polen“ wenden will, wurde im Januar aus Reihen des NPD-Ortsbereichs Schöneiche (Landkreis Oder-Spree) eine „Bürgerwehr“ ins Leben gerufen.
Die selbst ernannte „Bürgerwehr“ will „künftig einmal in der Woche zu verschiedenen Uhrzeiten Nachbarschaftspatrouillen durch die verschiedenen Ortsteile schicken", heißt es in der Presseerklärung des NPD-Kreisverbandes Oderland. Verantwortlich für die Presseerklärung zeichnet Florian Stein (Jg. 1983), Mitarbeiter der NPD-Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Stein führt den NPD-Ortsbereich Schöneiche seit dessen Gründung im April 2007 an. Der brandenburgische NPD-Landesvorsitzende Klaus Beier (Jg. 1966) begrüßte die Gründung der NPD-„Bürgerwehr“.
Aufmarschiert sind die NPD-Kameraden erstmals am 7. Januar. Verteilt wurde bei dieser Aktion eine Postkarte des NPD-Landesverbandes Brandenburg, in der unter anderem die „schnelle Beendigung der Massenzuwanderung“ gefordert wird.
Initiatorin der „Bürgerwehr“ ist Antje Kottusch, NPD-Kandidatin bei der Schöneicher Bürgermeisterwahl im April. Im brandenburgischen Verfassungsschutzbericht 2010 wurde Kottusch (Jg. 1978) namentlich aufgeführt. Die gelernte Kinderkrankenschwester gehört sowohl der NPD als auch deren Frauenorganisation Ring Nationaler Frauen (RNF) an. 2009 war Kottusch NPD-Kandidatin bei den Landtagswahlen in Brandenburg.
Gemeinsam mit Gleichgesinnten hatten Stein und Kottusch am 19. Oktober 2008 das Jüdische Laubhüttenfest in der Kulturgießerei in Schöneiche gestört.
Die SPD ruft zur Beteiligung an den Protesten gegen den Nazi-Aufmarsch auf!
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