Alljährliches Gedenken an die NS-Opfer

Von Redaktion
26.01.2016 -

Seit über 20 Jahren hat der Holocaust-Gedenktag in Deutschland einen festen Platz – bundesweit finden am 71. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz an zahlreichen Orten Veranstaltungen statt.

Stelenfeld Holocaust-Mahnmal; Photo: stihl024 / pixelio.de

Der 27. Januar: Tag der Befreiung der Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Dieser Ort des Schreckens hat sich als Inbegriff des NS-Terrors durchgesetzt. Der Holocaust-Gedenktag hat in der Bundesrepublik Deutschland inzwischen einen festen Platz. Seit 1996 wird am 27. Januar der Opfer des nationalsozialistischen Verbrecherregimes gedacht. 2016 jährt sich das Datum zum 71. Mal.

Im Deutschen Bundestag wird am 27. Januar 2016 im Plenarsaal der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Hauptrednerin der Gedenkstunde ist in diesem Jahr die Auschwitz-Überlebende und Autorin Prof. Dr. Ruth Klüger.  Im vergangenen Jahr redete Bundespräsident Joachim Gauck. 2014 war der 95-jährige russische Schriftsteller Danil Granin, Überlebender der Belagerung Leningrads, Redner im Deutschen Bundestag, 2013 die Holocaust-Überlebende Inge Deutschkron Gastrednerin.
Die Gedenkstunde am Mittwoch, an der neben Bundestagsabgeordneten Vertreter der Verfassungsorgane sowie junge Menschen aus verschiedenen Ländern teilnehmen, beginnt um 12.00 Uhr. Das ZDF überträgt die Veranstaltung live. Vor Beginn der Gedenkstunde, um 10.30 Uhr eröffnet Bundestagspräsident Norbert Lammert eine Ausstellung über die Zwangsarbeit im ländlichen Raum während der NS-Herrschaft.

Bundesweit werden am 27. Januar zahlreiche Gedenkveranstaltungen durchgeführt. Nachstehend ausgewählte Beispiele aus den Landesparlamenten und lokale Feierlichkeiten:

Mit einer zentralen Gedenkfeier in Ludwigsburg erinnert der Landtag von Baden-Württemberg am Mittwoch, 27. Januar 2016, an die Opfer des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt der Gedenkfeier stehen in diesem Jahr die Überlebenden der Nazi-Verbrechen. Zu der Veranstaltung werden rund 300 Teilnehmer erwartet. Die Gedenkfeier beginnt um 14 Uhr im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg

In Hersbruck gedachten der Bayerische Landtag und die Stiftung Bayerische Gedenkstätten am 25. Januar in einer gemeinsamen Veranstaltung der Opfer der NS-Schreckensherrschaft.  Die Präsidentin des Bayerischen Landtags Barbara Stamm lädt am 27. Januar um 17.30 Uhr zur Eröffnung der Wanderausstellung „Die Weiße Rose. Der Widerstand von Studenten gegen Hitler, München 1942/43“ in den Senatssaal des Maximilianeums ein.

Der Landtag Brandenburg und die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen richten am 27. Januar gemeinsam eine Veranstaltung anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus aus. Diese findet ab 10:00 Uhr in der Gedenkstätte Sachsenhausen, Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg statt.

Der 27. Januar wird auch in Bremen und Hamburg mit Gedenkveranstaltungen gewürdigt.

Im hessischen Landtag findet am 26. Januar um 18.30 Uhr eine Gedenkveranstaltung statt.

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gedenkt am heutigen Dienstag mit einer Veranstaltung um 17.00 Uhr im Plenarsaal der NS-Opfer.

Im Interims-Plenarsaal des Niedersächsischen Landtages findet am 27. Januar um 17.00 Uhr eine Gedenkstunde mit Überlebenden der Konzentrationslager statt.

Der Landtag von Rheinland-Pfalz gedenkt am Mittwoch um 10.00 Uhr mit einer Plenarsitzung der Opfer des Nationalsozialismus. Rednerin ist auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Das sächsische Parlament und die Staatsregierung gedenken im Plenarsaal des Landtags gemeinsam mit mehr als 350 geladenen Gästen am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus. Die Gedenkrede hält Charlotte Knobloch, die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Mit verschiedenen Veranstaltungen begehen auch die Landesregierung und der Landtag von Sachsen-Anhalt den Holocaust-Gedenktag.

Gedenkfeiern für die Opfer des Nationalsozialismus finden am Mittwoch im Landtag von Schleswig-Holstein sowie mehreren Städten statt.

Im Plenarsaal im Thüringer Landtag in Erfurt gibt es um 11.00 Uhr eine Gedenkveranstaltung unter anderem mit Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Anlässlich des 27. Januars 2016 werden quer durch die Republik zahlreiche Gedenkveranstaltungen begangen.

In der Topographie des Terrors in Berlin findet um 14.00 Uhr eine Gedenkfeier mit der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen statt. Um 16.00 Uhr wird am Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde ein Kranz niedergelegt. Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas lädt um 13.30 zu einer Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten ein.    

Am Parkfriedhof Marzahn in der Wiesenburger Straße  in Berlin versammeln sich wieder zahlreiche ausländische Botschaften sowie Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Abgeordnetenhauses von Berlin.

Die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert ehrt in jedem Jahr die Opfer der NS-Gewaltherrschaft mit einer Veranstaltung an einem Erinnerungsort in Tempelhof-Schöneberg. Das diesjährige Gedenken findet am 31. Januar um 14.00 Uhr in der Evangelischen Philippus-Nathanael Kirchengemeinde in der Stierstraße statt.

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