Initiativen gegen Rechts in Europa

clean politics

ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, Verein Wiener Jugendzentren und Verein wienXtra präsentieren im Wahlkampfmonat die gemeinsam initiierte Kampagne „clean politics – Keine Stimme für Rassismus“ und damit verbundene Aktionen. clean politics soll deutlich machen, dass Rassismus und Ausgrenzung im Kampf um WählerInnenstimmen nicht unwidersprochen bleiben darf. „Wir verurteilen, dass im Wahlkampf einzelne Gesellschaftsgruppen gezielt ausgegrenzt und bewusst rassistisch diskriminiert werden. Deshalb appellieren wir an alle politisch Verantwortlichen rassistischen Stimmenfang zu unterlassen und politisch zu sanktionieren“, betont Hikmet Kayahan,Leiter der ZARA-Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus.

Ziel der Kampagne ist es, den Unmut der Menschen über solch unsaubere Wahlkampfpraktiken zu kanalisieren, dem Widerstand Stimme zu verleihen und die wache Zivilgesellschaft gegen Rassismus und Ausgrenzung im Wahlkampf zu mobilisieren. Darüber hinaus muss clean politics ein nachhaltiges Prinzip für zukünftige Wahlkämpfe werden.

Jugendliche fordern clean politics
Die InitiatorInnen wollen breitenwirksam sensibilisieren und alle dazu aufrufen, sich für eine Politik ohne Diskriminierung und Ausgrenzung auszusprechen. Ein besonderes Anliegen der InitiatorInnen ist
es jene Gruppen einzubinden, die (noch) nicht wahlberechtigt aber betroffen sind.
„Wir wissen aufgrund der Analyse der Wiener Gemeinderatswahlen 2005 (SORA, ÖIJ, WZW, Dez. 2005), dass die Jugendlichen Fragen der Integrationspolitik intensiv diskutiert haben. Dies war für viele Jugendliche Hauptbeweggrund, ihre Stimme gegen eine Partei abzugeben, die Ausgrenzung propagiert. Es ist uns daher ein besonderes Anliegen, mit der Kampagne clean politics Jugendliche anzusprechen und diese wichtigen Inhalte in unsere partizipativen Jugendprojekte einfließen zu lassen“, erklärt Andrea Heuermann, geschäftsführende Vorsitzende des Vereins wienXtra. „Gerade in der Jugendarbeit sind die konkreten Auswirkungen rassistischer Wahlkampfmethoden zu spüren und erzeugen Spannungen, Konflikte und Resignation. Jugendliche sollen die Möglichkeit bekommen ihre Betroffenheit zu artikulieren. clean politics verstehen wir als emanzipatorischen Teil unserer täglichen Anti-Rassismus-Arbeit“, so Gabriele Langer, Geschäftsführerin Verein Wiener Jugendzentren.

Jetzt handeln! Österreichweite Postkartenaktion gegen rassistischen Wahlkampf
Im Zuge der Kampagne werden alle dazu aufgerufen, Clean Politics-Postkarten an den Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer zu schicken, mit der Bitte sich intensiv dafür einzusetzen, dass Ausgrenzung und Rassismus im Wahlkampf nicht toleriert wird und die Würde aller Menschen< respektiert wird. Darüber hinaus wird eine Petition an alle Parteivorsitzenden gesendet, mit derForderung an alle politisch Verantwortlichen rassistische Äußerungen im politischen Werben um Stimmen zu unterlassen und zu verurteilen. „Daher appellieren wir an alle Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung in der Politik wachsam zu sein und öffentlich dagegen Stellung zu beziehen“, so Kayahan, der auf eine enorme Unterstützung aus der Zivilgesellschaft zählt.

Rückfragehinweis:
ZARA-Zivilcourage und Anti-Rassismus Arbeit
Karin Bischof
Tel.: 929 13 99-18,
E-Mail: presse@zara.or.at

FARE (Football Against Racism in Europe)

Das FARE-Netzwerk möchte rassistische Tendenzen aus dem Fußball zurückdrängen, indem es die Ressourcen von antirassistisch eingestellten Fußball-Organisationen in ganz Europa vereint. Es unterstützt und betreut solche Gruppen und koordiniert Aktivitäten auf der gesamteuropäischen Ebene. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner sorgt FARE dafür, dass diese Organisationen ihre besten Erfahrungen miteinander teilen und gemeinsam gegen Rassismus im Fußball auftreten können.
Ein Beispiel für das Engagement von FARE sind die zahlreichen Aktivitäten gegen Rassismus, die es in Kooperation mit der FIFA während der Fußball-WM durchführt. So wurde beispielsweise eine mehrsprachige Hotline eingerichtet, die es Fans ermöglicht, Fälle von Rassismus und Diskriminierung während der WM zu melden.

European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (RAXEN)

Ein Projekt des EUMC (European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia), das Daten zu Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auf nationaler und europäischer Ebene erhebt. Darüber hinaus werden Handlungsempfehlungen ausgesprochen und deren Wirksamkeit bei Umsetzung evaluiert.
Kontakt:
European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC)
Rahlgasse 3
A – 1060 Wien
Tel.: +43 (1) 580 30 - 0
E-Mail: information{at}eumc.eu.int

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Vor dem Hintergrund der Geschichte des Nationalsozialismus meldet sich die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zu aktuellen politischen Themen zu Wort. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Entschädigung von NS-Verfolgten sowie den Bereichen Frieden, Rechtsextremismus, Rassismus und dem christlich-jüdischen Verhältnis.ASF konzentriert sich maßgeblich auf praktische Arbeit durch Freiwilligen, die in vielfältigen sozialen und politischen Projekten in 13 Ländern aktiv sind. (Neben den USA und Israel sind darunter 11 europäische Länder).

Kontakt zum ASF-Landesbüro in Deutschland:
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
10117 Berlin
Fon: 0049-30-28 395 184
Fax: 0049-30-28 395 135
heldt(at)asf-ev.de

European Commission against Racism and Intolerance (ECRI)

Bei ECRI handelt es sich um eine seit 1993 bestehendes Arbeitsgruppe des Europarats, die aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung in der EU vorgeht. Neben dem Monitoring rassistischer Entwicklungen steht dabei die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren ganz oben auf der Agenda von ECRI. Darüber hinaus erarbeitet die Kommission Handlungsempfehlungen an die Politik und prüft die rechtliche Umsetzbarkeit ihrer Vorschläge.

Centre pour l´égalité des chances et la lutte contre le racisme

Das belgische Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung ist eine seit 1993 bestehende öffentliche Einrichtung, die Handlungsempfehlungen zu Rassismusbekämpfung, Integrationspolitik erstellt. Darüber hinaus setzt das Zentrum einen Schwerpunkt mit dem Anliegen, Bürger für die Themen Rassismus und Migration zu sensibilisieren. Dazu werden Fortbildungen speziell für Multiplikatoren angeboten.
Kontakt:
Service local Bruxelles - Centre pour l\'égalité des chances et la lutte contre le racisme
Rue Royale 138
1000 Bruxelles

Ligue Internationale contre le racisme et l´antisémitisme (LiCRA)

Unter dem Namen LICA (Ligue Internationale Contre l\'Antisémitisme) wurde die Organisation 1928 in Paris gegründet und ist damit eine der ältesten NGOs im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus, die vor allen Dingen in Europa, aber auch in Teilen Afrikas und Amerika aktiv ist.

Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit (ZARA)

Im Zentrum der Arbeit der österreichischen NGO steht die Beratung von Opfern und Zeugen rassistischer Gewalt. Des weiteren dokumentiert ZARA rassistische Entwicklungen in Österreich und gibt jährlich einen Rassismus-Report heraus. Ein weiteres Anliegen von ZARA neben der Opferberatung ist es, auch die Bevölkerung für Rassismus zu sensibilisieren. Daher betreibt der Verein intensive Öffentlichkeitsarbeit und bietet Lehrgänge und Fortbildungen an.
Kontakt:
ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
Luftbadgasse 14–16
A–1060 Wien
Tel: +43 (1) 929 13 99
Fax: +43 (1) 929 13 99–99
E-Mail: office{at}zara.or.at

UNITED for intercultural action

Bei UNITED handelt es sich um einen Zusammenschluss von 560 Organisationen aus 49 europäischen Ländern. Dabei setzt sich das Netzwerk für die Rechte von Flüchtlingen und Migrantenund ein Ende von Rassismus, Faschismus, Nationalismus und Diskriminierung ein und organisiert europaweite Kampagnen, z.B. Aktionswochen gegen Rassismus.

Kontakt:
UNITED for Intercultural Action
Europäisches Netzwerk gegen Nationalismus, Rassismus, Faschismus
und zur Unterstützung von Migranten und Flüchtlingen
Postbus 413
NL-1000 AK Amsterdam
Tel.: +31-20-6834778
Fax +31-20-6834582
E-Mail: info{at}unitedagainstracism.org

SOLID

Das Angebot von SOLID richtet sich an NGOS, die sich im Schwerpunkt mit ethischen Minderheiten, Rassismus, Diskriminierung befassen. Die Umsetzung der EU-Antidiskriminierungsrichtlinien soll gefördert und die betreffenden NGOs dabei unterstützt werden.
Kontakt:
SOLID Project
3rd Floor Ascot House
24-31 Shaftesbury Square Belfast BT2 7DB
Tel: +44 2890 238 645
Fax: +44 2890 319 485
e-mail:info{at}solid-eu.org